Dermbach. Noch bis zum Ende der Aufführungen des Rhönpaulus-Musicals am 9. August gestalten zahlreiche Partnerbetriebe der Dachmarke Rhön und weitere Rhöner Unternehmen den historischen Markt mit. Dieser umrahmt die Aufführungen des Musicals im Dermbacher Schlosshof jeweils ab 18 Uhr. Aus allen drei Landesteilen sind Unternehmen vor Ort, um sich und ihre Produkte vorzustellen. Über mangelnde Besucher können sie nicht klagen, und oft kommen diese sogar von sehr weit her.
Hersteller aus dem Rhöner Land
Mit dabei sind unter anderem Winzer und Schnapsbrenner aus der bayerischen Rhön, eine Ölmühle aus der hessischen Rhön sowie Unternehmen verschiedener Branchen aus der Thüringer Rhön. Sie bieten Getränke, Produkte aus Schafwolle, Schnitzereien, Honig und andere Spezialitäten sowie Informationen rund um das Biosphärenreservat Rhön an. Das Forstamt Kaltennordheim zeigt, wie sich die Forstwirtschaft in der Rhön entwickelte. Der Wald war zunächst nur für die Jagd der adeligen Herrschaften da – bis zu einer Zeit, in der Holz ein Rohstoff, unter anderem beim Hausbau, wurde und heute auch ein gefragter Energieträger ist. An allen Aufführungstagen des Rhönpaulus-Musicals führen Kaltblüter den traditionellen Holztransport vergangener Jahrhunderte vor.
Fränkische Weine bietet das Weingut Hümmler aus Elfershausen am südlichen Rand der Rhön an. Rund eineinhalb Stunden Fahrt nimmt die Winzerfamilie bis Dermbach auf sich. „Aber wir haben gemerkt, dass unsere Weine sehr gut beim Publikum ankommen. Musical und Wein – beides passt sehr gut zusammen“, meint die Winzerin. Deshalb wird sie wohl trotz der laufenden Vorbereitungen für die aktuelle Weinernte am kommenden Wochenende erneut vor Ort sein. Rhöner Obstweine, Liköre und Ansatzschnäpse präsentiert Ingeborg Schuck aus Unteralba. Außerdem bietet sie Betriebsbesichtigungen ihrer Straußwirtschaft während der Aktionswochen aus Anlass der Welturaufführung des Rhönpaulus-Musicals.
Regionale Herkunft
Großer Beliebtheit erfreuen sich die Kostproben und der Verkauf Rhöner Schnäpse und Brände aus Franken. Die Gäste erfahren – beispielsweise am Stand der Brennerei Bold – viel über verarbeitete Rohstoffe und Brennverfahren. Das trifft genauso auch auf die Ölmühle Rehberg aus dem hessischen Hofbieber zu, die den eigens angebauten Raps zu Öl, einem reinen Naturprodukt, verarbeitet. Der Dachmarken-Betrieb Brennerei und Gasthaus Dickas aus Bischofsheim wird in dieser Woche ebenfalls Schnäpse und Brände präsentieren und verkaufen. Claus und Brigitte Vorndran beziehen ihre Rohstoffe ausschließlich von Rhöner Bauern und achten dabei streng auf die regionale Herkunft. Sie besitzen eine Schaubrennerei und organisieren für ihre Gäste Brennereibesichtigungen mit Verkostung während der Aktionswochen in ihrem Hause. Ergänzt wird das Marktangebot unter anderem durch das Bauernhofeis der Familie Pfaff aus Dermbach sowie durch Wildfruchtmarmeladen, Kräuteröle, Essigessenzen und Kräutersalben von Brigitte Ansorg aus Hermannsfeld.
Auch das traditionelle Handwerk der Rhön darf beim historischen Markt in Dermbach nicht fehlen. Zu den Akteuren gehören ein Seiler, ein Korbflechter, Rhöner Holzbildhauer und Schnitzschüler sowie eine Glasbläserin, die am Stand der Kunststation von Oepfershausen anzutreffen ist. Das thüringische Rhönforum als einer der drei Rhöner Regionalvereine bietet neben den touristischen Informationen auch Rhöner Produkte an wie Fliesjacken, Wollprodukte, Rhönschafe als Plüschtiere, Regenschirme oder extra für das Musical angefertigte Schlüsselanhänger. An der Vorbereitung und Organisation sowie Finanzierung des Marktes wirkte das Rhönforum ebenfalls mit.
„Für die einzelnen Unternehmen ist der Markt eine gute Möglichkeit, Kontakte und Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. Das haben mehrere Aussteller ausdrücklich betont“, sagt Martina Klüber, Mitglied des Projektteams für das Thüringer Gastronomieprojekt „Rhöner Genusstour“ der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön. Die Gastronomen aus Dermbach und Umgebung, hebt sie hervor, profitieren spürbar von dem Musical. Die Aussteller selbst erleben das Markttreiben sehr unterschiedlich. „Schnitzprodukte werden hauptsächlich angeschaut, aber leider nicht verkauft. Einzelnen Händlern sind die Marktzeiten von 18 bis 21 Uhr zu kurz, andere wiederum sind sehr zufrieden mit ihren Umsätzen“, sagt Klüber.

