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Junge Liberale fordern mehr DDR-Aufklärung in Schulen

FDPFulda. Anlässlich ihres Besuchs der Mahn- und Gedenkstätte „Point Alpha“ an der ehemaligen innerdeutschen Grenzen zwischen Rasdorf und Geisa fordern die Jungen Liberalen (JuLis) im Landkreis Fulda eine stärkere Aufarbeitung der SED-Diktatur an Schulen. Der Kreisvorsitzende der JuLis Mark Matthies (23), der auch Mitglied im Landesvorstand der FDP-Nachwuchsorganisation ist, kündigte an,  sich bei Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) dafür einzusetzen, dass der Besuch von DDR-Gedenkstätten als verpflichtend in den Lehrplan aufgenommen wird und Lehrpläne geändert werden.

Aufklärungsarbeit an Schulen

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Fuldaer FDP-Bundestagskandidaten Mario Klotzsche, stand eine Führung durch das Museum sowie die Besichtigung der Grenzanlagen auf dem Programm. In einer anschließenden Diskussionsrunde ging es um die Aufklärung des DDR-Unrechts im Schulunterricht. „Die Aufklärungsarbeit an Schulen ist noch lange nicht abgeschlossen – hier liegt noch einiges im Argen“, erklärte Matthies. Dies mache vor allem die Studie „Soziales Paradies oder Stasi-Staat?“ der Freien Universität Berlin deutlich. Demnach sind Aussagen wie „die Stasi war ein ganz normaler Geheimdienst“ oder „die DDR war keine Diktatur, die Menschen mussten sich nur anpassen“ bei Jugendlichen weit verbreitet.

Wissen muss erweitert werden

„Wenn dreiviertel deutscher Schüler nicht einmal wissen, wer die Mauer gebaut hat, ist es höchste Eisenbahn“, warnt Matthies. Der dramatisch hohen Unkenntnis der deutschen Geschichte nach 1945 vor allem bei jungen Menschen müsse man aktiv entgegentreten. „Die Verklärung und Verharmlosung der DDR in den Schulen muss eine Ende haben und die SED-Diktatur viel stärker im Schulunterricht verankert werden“, so Matthies. Die Lehrpläne für Geschichte müssten geändert werden. Eine wertneutrale Einordnung des DDR-Regimes dürfe nicht mehr stattfinden. „Den Schülern muss klargemacht werden, dass die DDR im Widerspruch zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung stand. Um die DDR „hautnah“ zu erleben, sprechen sich die JuLis für häufigere Schulausflüge zu Orten der SED-Diktatur aus. Ein Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha vermittele Schülern ein realistisches Bild des DDR-Unrechts. Deshalb werde er sich Matthies bei FDP-Kultusministerin Henzler für verpflichtende Besuche solcher Gedenkstätten und die Änderung der Lehrpläne stark machen.

„Es kann doch nicht sein, dass Schulklassen Unterrichtsausflüge zum Shoppen auf die Zeil nach Frankfurt machen, statt wichtige Orte deutscher Geschichte zu besuchen“, erklärte Mark Matthies abschließend.

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