Steinau a.d. Straße. Ein Event der Superlative – das größte Märchenfest in der östlichen Hessischen Region – verspricht der achte Märchensonntag in Steinau an der Straße mit fast 70 Programmpunkten zu werden. Die Märchenstadt, in der die Brüder Grimm ihre Kindheit verlebten, steht am Sonntag, dem 2. August 2009Â ganz im Zeichen des Märchens „König Drosselbart“. An sechs Spielorten, vor dem Rathaus am Kumpen, der Katharinenkirche, dem Schloss, im und um das Brüder Grimm-Haus, im Viehhof sowie in der Walkmühle wird von 10.00 bis 18.00 Uhr König Drosselbart und seine zunächst sehr hochnäsige Prinzessin zu Gast sein.
Fanfarenbläsern
Auf der Aktionsbühne vor dem Rathaus wird Bürgermeister Walter Strauch das Märchenfest um 11.15 Uhr nach dem Gottesdienst in der Katharinenkirche zusammen mit einem Herold, den Fanfarenbläsern des Musikvereins und König Drosselbart offiziell eröffnen. Der König wird auch die Gäste an diesem Tag zu zwei märchenhaften Stadtführungen einladen. Die Kirche selbst wird ab 13.30 Uhr zur Showbühne, wenn dort unter der Leitung von Monica Opsahl das Kinderballett „balettsaal“ das Märchen von König Drosselbart tänzerisch darbietet.
Und viel Musik wird in Steinaus Gassen und auf den Aktionsbühnen ertönen. Neben Drehorgelspiel spielt die mittelalterliche Musik- und Gesangsgruppe „Minnesoda“. Minnegesang von Barde Michael sowie Patrick und seine hellen Barden runden das musikalische Spektakel mit Balladen ab. “Heinz Bock und die Eitelkeit“, kabarettistisch von Schauspieler Kurt Spielmann im Brüder Grimm-Haus rezitiert, erinnert sehr an die Geschichte, die das Märchen über König Drosselbart ausdrücken will. Die Gäste müssen sich nicht wundern, wenn ihnen auf dem Weg zu den einzelnen Spielstätten manch kauzige Figur über den Weg läuft. Denn viele märchenhafte Gestalten, hochnäsige Prinzessinnen umworben von einem alternden Freier, Gaukler und akrobatische Narrenspieler, Stelzenläufer, Marktfrauenund Bettler werden die Gäste in die Welt der Phantasie versetzen.
Marionettentheater
Natürlich ist auch das Steinauer Marionettentheater in dieses Fest mit eingebunden. Bei den Puppenspielern steht das Märchen von der Salzprinzessin auf dem Programm. Und bei diesem märchenhaften Spektakel dürfen Rittersleute nicht fehlen. Sie haben ihr Lager neben dem Theater, am Marstall aufgeschlagen. Bei „Lagergericht“ wird streng darüber gewacht, dass niemand beim Essen zu kurz kommt. Falls doch, lassen sich im angrenzenden Schloss Schwertkämpfe unter den Rivalen nicht vermeiden.
Besonders den Kindern gilt am Märchensonntag die größte Aufmerksamkeit. Neben Karussell fahren und Kinderschminken auf dem Rathausplatz findet für die Kleinen im angrenzenden Hirschgraben ein eigens dafür eingerichtetes Kinderfest statt. So werden ein Märchen-Parcour und ein kleines Märchenfest zum Mitmachen angeboten, Ponyreiten rund um das Schloss führt die Kinder in den angrenzenden Viehhof, wo ein Zauberer seine Kunststückchen zeigen wird. Zudem wird Gaukler Sepp für viel Spaß und Unterhaltung bei den Kindern sorgen.
Im Amthof vor dem Brüder Grimm-Haus führt unter Leitung von Schauspieler Kurt Spielmann eine Theatergruppe das Märchen König Drosselbart auf. Und bei der märchenhaften Führung durch das Haus können Gäste auf Schritt und Tritt den Geist der Märchensammler förmlich spüren. Auch können Gäste wieder das kleine Gewölbekellerchen unter der Amthofscheune für Erfrischungen aufsuchen, das am Märchensonntag als Weinstube geöffnet wird. Selbstverständlich werden auch die Gesangstruppe„Minnesoda“, das Duo „Einfach riesig“ und Barde Michael hier ihre Aufwartung machen.
„Hexen-Backhaus“
Die Aktionsbühne im Viehhof wird ebenfalls wieder in das Märchenfest eingebunden. Im „Hexen-Backhaus“ werden Brot und Flammkuchen für die Besucher frisch gebacken. Und auch die Steinauer Senioren werden wieder aktiv in das Geschehen eingreifen. In ihren historischen Gewändern servieren sie nicht nur Spießbraten, Kaffee und Kuchen an, sondern werden auch für die Kinder Ponyreiten rund um den Hirschgraben und das beliebte Kinderschminken anbieten. Gegen 15.30 Uhr wird zudem ein Zauberer erscheinen und seine geheimnisvollen Kunststückchen zeigen.
Ein Stückchen weiter, vorbei an Marktständen fast vergessener Berufe wie Besenbinder, Korbflechter, Holzschuhmacher oder an einer Spinnstube wird den Gästen neben dem vielfältigen Märchenprogramm die Möglichkeit geboten, in der Walkmühle auch das uralte „Klappern der Mühle am rauschenden Bach“ original zu erleben.
Bleibt abschließend über die Einbeziehung des Steinauer Schlosses in das Märchenfest zu berichten, das ja schließlich den Mittelpunkt im Märchen König Drosselbartbildet. Er ist selbstverständlich auch zu Gast in der Hofstube, wo die Steinauer Märchenerzählerinnen Elfriede Kleinhans, Marielle Syllwasschy und Brigitte Uffelmann Erwachsene und Kinder gleichermaßen in die Welt der Märchen eintauchen lassen. Passend zum Märchensonntag hat die Schlossverwaltung eine Ausstellung „Märchenlandschaften der Schlossakademie“ kreiert, die bei den Führungen durch die Räume des schönen Renaissance-Schlosses präsentiert wird. Einen besonderen Ausblick aus 36 m Höhe auf Steinau bietet zudem die Besteigung des Bergfriedes.
Rosige Zukunft
Er gibt auch den Blick frei auf die im Innenhof des Schlosses aufgebaute Hochzeitstafel, zu der gegen Ende des Märchensonntags alle Mitwirkenden von den Aktionsbühnen vom Spielmanns- und Fanfarenzuges hingeführt werden. Dort gibt es dann auch ein zünftiges Hochzeitsmahl, gleich, ob nun die Prinzessin, wie im Märchen doch noch heiratet oder aber, dass sie es sich noch einmal anders überlegt.
Wem dieses Programmangebot noch nicht ausreicht oder, wer auf andere Art und Weise ein wenig Abstand vom märchenhaften Trubel haben möchte, begebe sich auf einen in der Brüder-Grimm-Straße bereitstehenden Planwagen, der von zwei Kaltblütern gezogen, eine kleine Stadtrundfahrt anbietet.
Die AGENDA 21-Gruppe als Veranstalter, so ihr Sprecher Hans-Joachim Knobeloch, habe an alles gedacht. Sollte am Veranstaltungstag märchenhaftes Wetter ausbleiben, stünden für das umfangreiche Märchenprogramm auch ausreichend geeignete, regenunabhängige Räumlichkeiten zur Verfügung.