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Barocke Kunst für Augen, Ohren und Verstand

Quelle: Musikschule der Stadt Fulda

Quelle: Musikschule der Stadt Fulda

Barock für alle Sinne – das bot der Barockabend in der Kapelle des Vonderau-Museums, den das Museum in Kooperation mit der Musikschule der Stadt Fulda als erste Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Andrea Gallasini – vom Stuckateur zum Fürstlichen Baumeister in Fulda“ (zu sehen noch bis zum 19. August) veranstaltete. Das Publikum erfuhr verschiedene Aspekte zur Kunstgeschichte der Zeit Gallasinis, umrahmt von Musik aus der Kompositionswerkstatt von Gallasinis barocken Zweitgenossen.

„Bei der Arbeit mit den Schülern ist es sehr wichtig, dass die erlernten Musikstücke als Teil der Zeitgeschichte wahrgenommen werden, denn sie sind nicht von der Wissenschaft, Kultur oder Politik der jeweiligen Zeit zu trennen – in diesem Fall die Zeit des Barocks“, erklärt Natalya Oldenburg, die Leiterin der Musikschule der Stadt Fulda. Sie sprach verschiedene Aspekte der Zeitgeschichte an, die die damaligen Komponisten und ihre Musik unmittelbar beeinflussten.

Anhand einer Skulptur des Hl. Nepomuk, des Schutzpatrons der Reisenden und Priester, aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts verdeutlichte die Leiterin des Vonderau-Museums, Dr. Sabine Fechter, die Besonderheiten der barocken Bildhauerkunst. Und am Beispiel einer kleinen, bunt dekorierten Porzellanfigur (einer sogenannten Amour-Figur) aus der hochwertigen Produktion der Fuldaer Porzellanmanufaktur erläuterte sie viel Wissenswertes aus der Zeit von Fürstbischof Heinrich von Bibra; ganz besonders beeindruckte das Publikum die Kleidung eines vornehmen Herrn der Barockzeit.

Das musikalische Programm eröffnete Jonathan Ortlieb, der Werke von François Couperin sehr musikalisch und voller Freude interpretierte. Florentina Bug spielte in Begleitung von Nelli Fransen Sonaten von Benedetto Marcello und Georg Philipp Telemann auf der Barockblockflöte und begeisterte mit klarem Ton und brillanten Passagen. Eine Suite von Joseph Boismortier spielte Erik Oldenburg auf der Oboe und beeindruckte mit sanften Ansprache und weichen Klang. Das berühmte Violinkonzert von Antonio Vivaldi in G-Dur interpretierte Konrad Wingenfeld in Begleitung von Marina Gajda am Klavier mit starken dynamischen Kontrasten und sicherer Intonation.

Instrumentalwerke verschiedene Barockkomponisten brachte Markus Eischeid zusammen mit Heidrun Oswald in einem Blockflötenduo zu Gehör. Als eingespieltes Team, das sich blind versteht, sorgten die Musiker für gefühlvolle Stimmungswechsel. Auch Werke des wohl größten Barockkomponisten, Johann Sebastian Bach, durften nicht fehlen: Jason Peters spielte mit viel Improvisationsfreiheit und klarer Tongebung zwei Sätze aus der Französischen Suite Nr. 2, und Letizia Bott trug die Gavotte und Gigue aus der Französischen Suite Nr. 5 vor; ihre Musikalität und Klangfarbenbeherrschung wurde mit starkem Applaus des Publikums belohnt. Eileen Tolsdorf hat bei Präludium und Fuge D-Dur neben einer filigranen Technik auch sehr viel Tiefe und stilistische Sicherheit präsentiert. Natascha Neu auf der Viola gelang es, die Sätze aus der berühmten Solo-Cellosuite mit Leichtigkeit und Charme vorzutragen. Mit dem Vortag von Jakob Richter (Horn) und Hanna Richter (Klavier), die einzelne Sätze aus der Suite von Arcangelo Corelli künstlerisch anspruchsvoll dargeboten haben, klang der Barockabend festlich aus.

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