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Wirtschaftsdezernent Dr. Mischak zu Gast bei Firma Landgraf in Schlitz – Wirtschaftsförderung, Azubis gewinnen und Vernetzung waren die Themen

Wirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak war zusammen mit Thomas Schaumberg (Geschäftsführer der Vogelsberg Consult GmbH) und Andrea Ortstadt (Wirtschaftsförderung des Kreises) zu Gast bei Firma Landgraf – Heizung und Sanitär in Schlitz-Hutzdorf. „Ich versuche monatlich ein Vogelsberger Unternehmen zu besuchen, damit ich mir einerseits einen Einblick verschaffe und die heimischen Firmen kennenlerne“, so Dr. Mischak, „andererseits geht es aber auch darum, Anregungen und Wünsche der Unternehmen mit zu nehmen.“ Themen beim Betriebsrundgang waren die Azubigewinnung, die Wirtschaftsförderung im Kreis und der Wunsch nach Vernetzung und Austausch.

 

Installationen von Gas-, Öl- oder Pelletsheizanlagen, Wärmepumpen und der gesamte Sanitärbereich sind heute das Metier der Firma Landgraf in Schlitz-Hutzdorf – „alles außer Photovoltaik, das überlasse ich lieber den Elektrikern“, sagt Geschäftsführer Markus Landgraf. Wegen des niedrigen Ölpreises würden derzeit allerdings nur wenige Pelletsheizungen installiert, außerdem fehle seiner Meinung nach der politische Druck auf Hauseigentümer, veraltete Heizanlagen zu modernisieren. Seine Installateure und Anlagenmechaniker sind bei Neubauten und Neuinstallationen bis ins Rhein-Main-Gebiet gefragt. Als „ein Steckenpferd“ bezeichnet Landgraf die Arbeit in Einrichtungen für alte oder behinderte Menschen, wo sich sein Team schon eine Menge Erfahrung angeeignet habe.

 

Gegründet wurde die Firma Landgraf – Heizung und Sanitär 1968 vom Seniorchef Ernst Landgraf, zunächst als reines Handelsunternehmen für Heizungs- und Sanitärmaterial. Nach und nach kamen Montagetätigkeiten hinzu, ein Bereich der stetig wuchs. Seit 1980 ist das Unternehmen im heutigen Firmengebäude in Hutzdorf ansässig. „Wir beschäftigen aktuell 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon insgesamt fünf Auszubildende im kaufmännischen und im technischen Bereich“, berichtet Markus Landgraf, der 1993 die Geschäftsführung übernommen hat. Das Auftragsgebiet erstreckt sich entlang der A5 und der A66, „grob von Kassel bis ins Rhein-Main-Gebiet“.

 

Von Vizelandrat Dr. Mischak gab es ein großes Lob für die hohe Zahl an Azubis, „das sind überdurchschnittlich viele im Verhältnis zur Belegschaft“. Um Auszubildende zu gewinnen, hat Markus Landgraf am Projekt der Vogelsberg Consult GmbH „Fit²“ teilgenommen und sein Unternehmen zweimal in Schulklassen präsentiert. Er habe allerdings den Eindruck gewonnen, dass von Seiten der Schüler und Lehrer eher eine weiterführende Schule anstatt einer handwerklichen Ausbildung angestrebt werde. Teilnahmen an Ausbildungsmessen hätten bislang noch nicht auf dem Plan gestanden, man setze auf eine gute lokale Vernetzung mit der Gesamtschule und den Unternehmern der Region. Die Firma Landgraf beteiligt sich regelmäßig an öffentlichen Ausschreibungen, zuletzt hatte sie den Zuschlag für den Bau der Heizanlage an der Gesamtschule Schotten erhalten.

 

Eines bereitet dem Geschäftsführer allerdings Kopfzerbrechen: Mit der neuen Ausbildungsordnung für Anlagenmechaniker sei die Durchfallquote auf rund 50 Prozent gestiegen: „Es ist einfach schade, dass der theoretische Prüfungsteil derart schwierig geworden ist, dass er für Hauptschüler kaum noch zu schaffen ist.“ Azubis, die im dritten Lehrjahr „in der Praxis und auf Montage absolut selbstständig und zuverlässig arbeiten können“, scheiterten dann an der Theorie. Mit Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung soll nach einem Weg gesucht werden, um firmenintern Nachhilfeunterricht zu organisieren. Mit der Ankündigung des fünfzigjährigen Firmenjubiläums in zwei Jahren verabschiedete sich der Firmeninhaber – „vielleicht eine schöne Gelegenheit, sich wieder einmal zu unterhalten“.

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