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Waltraud Born aus Hosenfeld erhält Sportplakette des Landkreises Fulda

Den Ball im Spiel halten und im Team agieren – das ist für Waltraud Born als aktive Volleyballerin eine Selbstverständlichkeit. Zugleich ist das aber auch ein treffendes Bild für Borns ehrenamtliches Wirken im Sportkreis Fulda-Hünfeld. Hier sind es meist mehrere Bälle, die gleichzeitig jongliert werden müssen. Ende November erhielt sie als Anerkennung für ihre besonderen Verdienste die Sportplakette des Landkreises Fulda.

Stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises Fulda-Hünfeld, Frauenbeauftragte und Organisatorin der Fortbildungen für die Übungsleiter der 370 Vereine, deren Vertretung der Sportkreis ist: Allein dieser kleine Auszug aus den Ämtern, die die Hosenfelderin begleitet, lässt ahnen, wieviel Zeit im Ehrenamt steckt. Die Vermutung, dass ihr Tag 25 Stunden haben muss, wehrt sie allerdings mit einem Lachen ab: „Das ist alles eine Frage von Organisation – ich habe Familienmanagerin gelernt“, erzählt die 55-Jährige. Offenbar war es eine gute Schule, gemeinsam mit ihrem Mann zwei Kinder großzuziehen, ohne die im Rheinland lebende Familie als Rückhalt im Alltagsleben. Hinzu kam die berufliche Erfahrung, nach der Wende in Ostdeutschland für einen Mineralölkonzern ein Netz aus Tankstellenstationen aufgebaut zu haben. Und nicht minder wichtig ist ihre Begeisterung als Triebfeder für ihr ehrenamtliches Tun: „Ich mache das alles gerne, es ist sehr spannend, und man lernt interessante Menschen kennen“, erklärt Waltraud Born.

Ihr besonderes Engagement gilt „Menschen, die benachteiligt werden“, weshalb die ursprüngliche Amtsbezeichnung „Frauenbeauftragte“ dem Titel „Integrationsbeauftragte“ gewichen ist. „Ich versuche mich selbstverständlich nach wie vor um die Chancen von Frauen in den Vereinsspitzen zu kümmern, darüber hinaus aber auch um Menschen mit Handicap, ältere Menschen und auch um Geflüchtete“, gibt sie einen Einblick. Seit einiger Zeit schon nimmt die Integration von Geflüchteten in die Sportvereine der Region einen großen Raum ein. Ein Aufgabenbereich, bei dem sich stärker als bisher für Born zeigt, dass „nicht immer ganz klar ist, wo Beruf anfängt und Ehrenamt aufhört“. War sie doch hauptberuflich in der Notunterkunft in Flieden tätig und koordiniert seit August für die Malteser im Main-Kinzig-Kreis die Integrationslotsen.

Die Sportplakette bekommen habe sie allerdings besonders für ihren Einsatz in der Jugendarbeit, erzählt die Hosenfelderin. In den zurückliegenden Jahren hat sie den Nachwuchs des Volleyballvereins Hosenfeld fit gemacht und ist eine Kooperation mit der Vogelsbergschule eingegangen. Und auch als Jugendtrainerin hat sie versucht, ihre verschiedenen Aufgabenbereiche im Sportkreis Fulda-Hünfeld miteinander zu verknüpfen: So hat sie ein Mentoring-Projekt angeschoben, mit dem junge Frauen langsam an Führungspositionen in Vereinen herangeführt werden sollen.

Überhaupt ist die Vernetzung verschiedener Bereiche und verschiedener Menschen der Hosenfelderin ein echtes Anliegen. Das nächste Projekt, das sie sich vorgenommen hat, soll Senioren, die selbst einer Generation mit Fluchterfahrung entstammen, mit aktuell Geflüchteten über den Sport zusammenbringen. Wie das konkret Gestalt annehmen wird, daran tüftelt Waltraud Born noch: „Meist funktioniert so etwas, indem man es selbst erst einmal ausprobiert und andere mitzieht.“ Ein weiterer Ball, den Waltraud Born also spielen möchte – und „Bälle haben einen hohen Aufforderungscharakter, das war schon in meiner Kindheit so“, sagt sie mit einem Lachen.

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