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Von feministischem Selbstbewusstsein und weiblicher Sinnlichkeit

Eine kommentierte Lesung von Suzanne Bohn mit ausgewählten Originalpassagen aus Büchern von Benoîte Groult findet am Donnerstag, 26. November, um 19.00 Uhr im Kulturkeller statt. Der Vorverkauf hat begonnen.

Die in Deutschland lebende Französin stellt ausgewählte Passagen ihrer Lieblingsautorin vor, die die Stationen eines Frauenlebens des 20. Jahrhunderts auf starke, aussagekräftige Weise illustrieren.

„Benoîte Groult ist erfrischend frech, erstaunlich jung, wunderbar respektlos. Sie gehört zu den größten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Ich liebe sie“, so Suzanne Bohn und damit steht sie sicher nicht alleine. „Wenn George Sand die Stimme der Frauen war, zu einer Zeit (19. Jahrhundert), als die Frauen schwiegen (so André Maurois, ihr Biograph), so ist Benoîte Groult für mich, viel mehr als Simone de Beauvoir, die kraftvolle, klare, authentische Stimme der Frauen zu einer Zeit, als die Frauen noch sprechen lernten. Mit verblüffender Offenheit, ohne jemals in die Falle der Vulgarität, der Gefälligkeit oder des Doktrinären zu tappen, erzählt sie in ihren autobiographischen Schriften von ihrer Erfahrung als Frau des 20. Jahrhunderts: Von der Angst ihrer mondänen, erfolgreichen Mutter, sie nicht verheiraten zu können, weil sie nicht schön genug war, von ihren drei Ehemännern, von der schwierigen Suche nach einer ebenbürtigen Partnerschaft, dem Umgang mit der Eifersucht, von ihren Abtreibungen und in den letzten Jahren vom Altern und der Getthoisierung der Alten in der heutigen Gesellschaft.“

Benoîte Groult hat am 31. Januar 2015 ihren 95. Geburtstag gefeiert.
In Deutschland kennt man sie vor allem dank ihres erotischen, autobiografisch geprägten Romans „Salz auf unserer Haut“, den sie als 60-Jährige 1980 veröffentlichte. Ein Kultbuch, in dessen Mittelpunkt ein lebenslanges Verhältnis einer verheirateten Pariserin aus bürgerlichen Kreisen mit einem bretonischen Fischer steht – der im tatsächlichen Leben ein deutsch-amerikanischer Emigrant und Pilot war und dann mit der US-Army in Paris stationiert war.

Mit 88 Jahren legte sie mit „Salz des Lebens“ einen bewegenden und humorvollen Roman mehrerer Frauengenerationen vor, wieder in ihrer unnachahmlichen Mischung aus  feministischem Selbstbewusstsein und weiblicher Sinnlichkeit.

Karten sind im Bürgerbüro und an der Abendkasse erhältlich. Sie kosten im Vorverkauf 8,00 Euro und 10 Euro an der Abendkasse.

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