Die gute Nachricht zuerst: Die überwiegende Anzahl der hessischen Familien (87 Prozent) nutzt gemeinsame Mahlzeiten als direkte Kommunikationschance. Die verbindende Zeit am Küchentisch dient konkreten Gesprächen oder einfach dem Erzählen. Der Wermutstropfen: Rund jedes fünfte Kind (19 Prozent) im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren ist dabei durch sein Smartphone oder seinen Gameboy abgelenkt. Darauf weist die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen zum “Safer Internet Day” am 10. Februar hin und bezieht sich dabei auf die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage. Darin zeigt sich zudem, dass über die Hälfte der hessischen Eltern (55 Prozent) besorgt sind, dass ihre Kinder im Internet schlechte Erfahrungen machen könnten, etwa durch Mobbing, Belästigung oder Betrugsversuche. Auch die Angst davor, dass der Nachwuchs mit Inhalten konfrontiert wird, die für dessen Altersgruppe ungeeignet sind, treibt die Eltern um.
Immerhin treffen bereits Dreiviertel der Eltern in Hessen Absprachen mit ihren Kindern über die Inhalte, die aus dem Netz konsumiert werden dürfen. Der Großteil der Eltern (84 Prozent) geht davon aus, dass die Kids diese Absprachen auch immer oder meistens einhalten. Ob dies tatsächlich so ist, bleibt ungeklärt. Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen in Frankfurt, rät Eltern deshalb immer wieder, mit ihren Kindern zu reden. “Interesse zeigen, an dem, was sie machen, ist von Beginn an eine klassische Erziehungsanforderung. Und Erziehung heißt auch, Grenzen zu setzen. Deshalb ist es sinnvoll, eine konkrete Zeitspanne für das Surfen oder Spielen am Computer und am Smartphone zu vereinbaren und Kompromisse zu finden”, sagt Schmidt-Rosengarten.
TK bietet Unterstützung
Um Eltern und Pädagogen zum Thema Medienkompetenz zu unterstützen, bietet die TK spezielle Materialien an. Die DVD mit dem Titel “Jugend 3.0 – mit Sicherheit im Netz” ist eine Entscheidungshilfe, die für Familien ebenso geeignet ist, wie für den Unterricht und die Erzieherausbildung. Die DVD enthält Tipps, wie Kinder und Jugendliche sich verantwortlich und selbstbestimmt im Netz bewegen und zugleich Risiken erkennen, aber auch Möglichkeiten des Internets nutzen können. “Es ist wichtig, Jugendliche aktiv zu mehr Medienkompetenz zu erziehen. Der richtige und sichere Umgang mit dem Internet kann sie vor schädlichen Inhalten oder Missbrauch durch andere schützen. So verringert sich schließlich auch die Gefahr psychischer Schäden”, sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung in Hessen. Zu beziehen ist die kostenlose DVD über die TK-Internetseite www.tk.de, Webcode 654988. Es ist auch möglich sie direkt online anzuschauen.
In der DVD kommen sowohl Wissenschaftler als auch Familien zu Wort und schildern ihre Erkenntnisse und Erfahrungen. Deutlich wird in dem Film auch, wie wichtig es ist, eine gesamte Wochenstundenzahl festzulegen und sich klar zu machen, was in dieser Zeit alles enthalten ist. Musik hören die meisten Kids heute beispielsweise auch übers Internet. Ob das dann auch zur vereinbarten Zeit gehört, sollte klar sein. Das Ergebnis der Absprache muss dann für beide Seiten akzeptabel sein, weil es immer auf Vertrauen basiert, ob sich die Kids daran halten oder nicht. Wichtig ist auch, dass sich Eltern ihrer Vorbildfunktion bewusst sind. Viele Eltern sind heute selbst intensive und begeisterte Mediennutzer. Allerdings: Wer für sich selbst keine Auszeit fürs Smartphone vorsieht, kann von seinen Kindern dann kaum anderes erwarten.

