Ein reichgestaltetes Konzertprogramm auf höchstem musikalischem Niveau erwartet alle Zuhörerinnen und Zuhörer auch in diesem Jahr wieder im Hochchor des Fuldaer Doms zur Passionszeit. „Vom Leiden Christi“, eine Motette von Andreas Hammerschmidt, erklingt zu Beginn der Passionsmusik. Damit wird auch eine Überschrift über das gesamte Konzert gesetzt. Das „Leiden Christi“ wird in vielen Varianten und abwechslungsreichen musikalischen Farben durch Werke von sieben Komponisten betrachtet.
Sechs Solisten, ein fünf- bis achtstimmiger Chor „Capella Cathedralis“ und ein Instrumentalensemble führen Werke des 17. und 18. Jahrhunderts auf. Das „modernste“ ist von Gottfried August Homilius, einem Schüler von Johann Sebastian Bach. Aus der riesigen Bachfamilie erklingen zwei Motetten von Johann Sebastian Bachs Vorfahren Johann Michael Bach und Johann Ludwig Bach, dem sogenannten Meininger Bach. Musikgeschichtlich besonders spannend ist für uns heute die enge Verbindung im 17. Jahrhundert zwischen Italien und Deutschland. Heinrich Schütz, von ihm wird die bekannte Motette „Also hat Gott die Welt geliebt“ aufgeführt, „studierte“ Komposition in Venedig; die Italiener Ercole Bernabei, von ihm erklingen zwei Motetten, wechselte aus einer bedeutenden kirchlich-musikalischen Position in Rom an den Hof in München. Dessen Schüler in München war der Italiener Agostino Steffani. Von ihm sind weit über hundert Kompositionen, darunter 20 Opern, bekannt. Er bildet in dem Passionskonzert den Schwerpunkt mit der Aufführung seines STABAT MATER.
Die in diesem „Liedgedicht“ beschriebenen Leiden der Mutter Jesu unter dem Kreuz ihres Sohnes wurden immer wieder zur Herausforderung zahlreicher bedeutender Komponisten: z.B. Desprez, Palestrina, Pergolesi, A.und D. Scarlatti, Vivaldi, Haydn, Rossini, Dvorak, Penderecki.
Eine für viele wahrhaftige „Neuentdeckung“ wird das STABAT MATER von Agostino Steffani (1654-1728) sein. Eine großartige und fesselnde Musik für Solisten, Chor und Instrumente, in die der Komponist, der auch Priester und später Bischof war, seine emotionale vitale und feinfühlige dramaturgische Opernerfahrung einbringt.
Vor allem auch die Aufführung dieses Werkes gibt dem Passionskonzert eine hervorragende Bedeutung und Faszination, die alle Zuhörerinnen und Zuhörer tief beeindrucken wird.
Karten zu 15 EUR (ermäßigt 12 EUR) sind über das Sekretariat der Chöre am Fuldaer Dom (Eduard-Schick-Platz 3, 36037 Fulda, Tel: 0661-87-390, e-mail: choere-am-dom@bistum-fulda.de) erhältlich.