Kalbach-Heubach. Es war ein leiser, aber ein beeindruckender Auftakt für die Veranstaltungen im Jahr 2015: Fuldaer früherer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger war Gast der Fördervereins Landsynagoge Heubach. Er ermöglichte den zahlreichen Zuhörern seiner Lesung, mit ihm einzutauchen in eine Zeit, in der nachbarschaftlich-respektvolles Miteinander von Juden und Christen ein Stück gelebter Kultur und Normalität war.
Und mit dem heranwachsenden Hamberger erlebten sie, wie dieses Miteinander zerstört wurde und nach dem Ende der NS-Herrschaft nur mühsam und bruchstückhaft wieder neu entstehen konnte. Hambergers Blick zurück war die erste einer Reihe von Veranstaltungen, zu der der Förderverein in den kommenden Monaten einlädt. Das Faltblatt mit dem Programm bis zum Juli liegt jetzt in den Gemeindeverwaltungen des Südkreises und in benachbarten Orten, aber auch an diversen Stellen in Fulda und Schlüchtern aus.
Die Besucher erwartet am Samstag, 7. Februar, ein Auftritt der Band „Die Gibsies“ die in nicht ganz landläufiger Besetzung Swing und mehr bieten. Im März erinnert ein Filmabend an Anne Frank, deren Todestag sich dann zum 70. Mal jährt. Außerdem gibt es auch einen Bastelnachmittag für Kinder aus Heubach und Umgebung. Junge Schauspieler – Kinder aus der Grundschule Uttrichshausen – stellen im April die Vielfalt jüdischer Märchen dar. Die Saxofon-Formation „Trio in Es“ (Pia-Maria Sauer, Ute Krönung und Willi Genssler) ist im Mai zu hören.
An das schlimme Schicksal zum Christentum konvertierter Juden erinnert ein Abend im Juni: Dann wird das Buch „Getauft, ausgestoßen – und vergessen“ vorgestellt. Die Autoren haben den Umgang der christlichen Kirchen mit ihren Mitgliedern jüdischer Herkunft kritisch beleuchtet. Versöhnlicher geht es in den Sommer: Das „Duo Pasculli“ (Silke Augustinski, Anna-Maria Frankenberger) hat Musik für Oboe und Harfe im Gepäck. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei; es wird um eine Spende zur Deckung der Kosten und zur Erhaltung des Gebäudes gebeten.
Wer das historische Schul- und Synagogenhaus besichtigen möchte, der kann unter der Mail-Anschrift info@synagoge-heubach.de einen Termin vereinbaren. Auf diesem Weg kann man auch den aktuellen Newsletter des Vereins bestellen, der auf die aktuellen Angebote hinweist. Die Homepage des Fördervereins gibt einen Übersicht über das Veranstaltungsangebot, lädt aber auch ein, sich über das gesamte Projekt zu informieren und ermöglicht auch einen virtuellen Rundgang durch das aufwändig restaurierte Gebäude.
www.synagoge-heubach.de