Fulda. Die Hochschule für Musik in Mainz gastiert bei den Chören am Fuldaer Dom und präsentiert am Sonntag, 29. Juni 2014, 15.30 Uhr eines der revolutionärsten Chor-/Orchesterwerke des 19. Jahrhunderts „ELIAS“ op. 70 von Felix Mendelssohn Bartholdy im Dom. Das Oratorium erzählt die Geschichte des biblischen Propheten Elias, der als einziger unter den Propheten eine Himmelfahrt erlebte. Nachdem der Stoff Mendelssohn zehn Jahre lang beschäftigt hatte, wurde das Werk im Jahr 1846 auf dem Musikfest in Birmingham uraufgeführt. ELIAS zählt zu den bekanntesten Werken des Komponisten und erfreut sich bis heute ungebrochener Beliebtheit. In der Aufführung am 29. Juni musizieren Solistinnen und Solisten der Gesangsklassen, der Hochschulchor und das Hochschulorchester der HfM Mainz unter der Leitung von Prof. Ralf Otto, Professor für Chordirigieren an der HfM Mainz und künstlerischer Leiter des Bachchores Mainz. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Eine weitere Aufführung findet am 28. Juni 2014, um 19:30 Uhr, in der Mainzer Christuskirche statt.
Opulente Himmelfahrt: Das Oratorium ELIAS zeichnet sich durch einen modernen und dramatisch aufgebauten Handlungsverlauf aus: Die Wiedererweckung des toten Sohnes einer Witwe, die Feuerprobe auf dem Berg Karmel, die Tötung der Propheten Baals, das Regenwunder nach langer Dürre, die Flucht in die Wüste, die Erscheinung Gottes am Berg Horeb und schließlich die Entrückung des Propheten – das alles ist mit opulenten Wucht erzählt. Mendelssohn ergänzte die Bibelstellen um andere Texte und eröffnet so einen neuen Sinnzusammenhang. Statt des zornigen und unbeugsamen Propheten, wie ihn die Bibel schildert, zeichnet er einen anderen Charakter: Einen mitleidigen Menschen, den tiefer Kummer erfasst, weil die Welt seine Warnungen missachtet, und den nur die Erscheinung Gottes wieder aufrichtet.