Noch wird Sportschützin Manuela Schmermund ihre designierte Nachfolgerin Natascha Hiltrop nicht kampflos gewähren lassen. Bei der Hessischen Landesmeisterschaft in Frankfurt-Schwanheim will die 42-Jährige von der SG Mengshausen ihren Titel im stehenden Anschlag Luftgewehr mit allen sportlichen Mitteln verteidigen. Die Paralympics-Siegerin und Weltmeisterin sagt: „Natürlich will ich die Goldmedaille holen, wer will das nicht? Die Hessenmeisterschaft ist immer etwas Besonderes.“
Hiltrop, an Lebensjahren um die Hälfte jünger als Schmermund, hat großen Respekt vor der erfahrenen Osthessin. Doch auch die Studentin vom SV Lengers kann mittlerweile beachtliche Erfolge vorweisen. Im vergangenen Jahr gewann sie im spanischen Alicante die Europameisterschaft mit dem Luftgewehr im liegenden Anschlag. Sie gilt als die erfolgreichste Schützin im deutschen Behindertensport des Jahres 2013. Vor dem direkten Duell übt sie Bescheidenheit und sagt: „Wenn ich einen guten Tag habe, kann ich an Manuela dranbleiben. Allerdings fehlt mir in vielen Wettkämpfen noch die Konstanz.“
Fachwart Geßner: „Manuela macht´s!“
Insgesamt 13 Sportler mit körperlichem Handicap treten am Sonntag in der Halle des Hessischen Schützenverbandes an. Geschossen wird mit dem Luftgewehr und der Luftpistole in jeweils drei Wettkampfklassen. Im Fokus steht das Duell der Generationen zwischen Schmermund und Hiltrop. „Ich erwarte einen großartigen Zweikampf“, sagt Hans-Joachim Geßner, Fachwart Sportschießen im HBRS. „Ich glaube, dass es Manuela macht, aber das wird unglaublich eng. Für den Wettkampftag werden sehr hohe Temperaturen prognostiziert. Die Hitze stellt eine zusätzliche Belastung dar und kann ein entscheidender Faktor werden.“
Unter welchen Bedingungen auch immer, die Zuschauer erwartet Spannung bis zum letzten Schuss. 2013 trafen beide Schützinnen bei der Deutschen Meisterschaft in der gleichen Disziplin aufeinander, Schmermund gewann mit sechs Ringen. Hiltrop wird diese Niederlage nicht vergessen haben.