Fulda (bpf). Am Dienstag fand im Hohen Dom zu Fulda eine ökumenische Vesper mit Fuldas Oberhirten Bischof Heinz Josef Algermissen und Propst Bernd Böttner von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (Hanau) statt, der den erkrankten evangelischen Bischof Dr. Martin Hein vertrat. In den Tagen zwischen den Hochfesten Christi Himmelfahrt und Pfingsten beteten Christen in besonderer Weise um ihre Einheit, stellte Bischof Algermissen in seiner Ansprache heraus. „Im Beten sind wir nämlich schon jetzt in Jesus Christus vereint – der Geist verbindet die Konfessionen zum gemeinsamen Zeugnis für Jesus Christus.“ Die sichtbare Einheit bleibe für die katholische Kirche Ziel der Ökumene, so der Bischof weiter.
In den letzten Jahren sei deutlich geworden, dass durch theologische Gespräche allein, die zu Konvergenz- oder gar Konsenspapieren führten, die Einheit der Christen nicht wiederhergestellt werden könne. „Von daher ist der Hinweis auf die geistliche Ökumene mehr als nur eine Aufforderung zum gemeinsamen Gebet. Sie markiert vielmehr einen Aufbruch in der Ökumene. Dieser Aufbruch ist umso wichtiger, als wir es in Zukunft uns nicht mehr leisten können, als Christen nicht mit einer Stimme zu sprechen.“ Die Herausforderungen, die durch einen zunehmend aggressiven Atheismus und Säkularismus gegeben seien, verlangen nach Bischof Algermissen „eine gemeinsame Antwort aller Christen“. Auch vor diesem Hintergrund müsse man sich bewusst werden, dass es viel mehr gebe, was eine, als was einen trenne.