Fulda/Kramsach. Es kann los gehen. In wenigen Stunden starten die 60. Deutschen Meisterschaften im Wildwasserrennsport. Das beschauliche Örtchen Kössen (Österreich) ist zum wiederholten Mal Austragungsort. Seit Sonntag befinden sich die 22 Sportler des Kanu-Club Fulda vor Ort, um auf der Brandenberger Ache zu trainieren. KCF-Trainer Viktor Massini sieht sein Team bestens gerüstet für die Wettkämpfe. Nahezu verletzungsfrei kamen die Sportler fast durch die gesamte Vorbereitung. „Die Zusammenarbeit mit unserem Physio Michael Franz zahlt sich aus. Kleinere Wehwehchen konnte Michael immer direkt behandeln und vor größeren Verletzung hat er die Sportler durch sein Training und die regelmäßigen Checks auch bewahrt.“, nennt Pressesprecher David Piaskowski die Gründe für den Fitness- und Gesundheitszustand der KCF-Sportler.
Letzter Leistungstest vor Abreise zur Deutschen gelungen
Samstag Vormittag stand für die Wildwasserkanuten auf dem Vereinsgelände des Kanu-Club Fulda der letzte Leistungstets vor Abreise zu den Deutschen Meisterschaften in Kramsach (Österreich) auf dem Programm. Michael Franz vom „ZentrumMensch“ in Eichenzell machte sich persönlich einen Eindruck vom Leistungszustand der von Ihm betreuten Sportler. Unter seiner Anleitung fand zuerst ein intensives Aufwärmprogramm statt, ehe Franz den Sportlern mit einem Hurricane-Training so richtig einheizte. Im Anschluss folgte der Leistungstest auf dem Wasser. Auf einer simulierten Wettkampfstrecke auf der Fulda, die der DM-Streckenlänge entspricht, überprüfte man letztmalig die Form. Zwar kann die Fulda in Sachen Wildwasser und technische Schwierigkeiten nicht mit der Brandenberger Ache in Kramsach mithalten, jedoch erhielt man wichtige Rückschlüsse bezüglich Leistungsstand, Renneinteilung und Taktik.
Die schnellste Zeit dabei fuhr überraschend Joshua Piaskowski, der sich knapp gegen seinen Vereinskamerad und Dauerrivalen der Saison, Aaron Reith durchsetzte. Diese präsentieren sich beim Training in einer Topverfassung, dementsprechend hoch sind jedoch auch die Erwartungen. „Wir haben das ein- oder andere heiße Eisen im Feuer. Ob es jedoch wiederholt zum Titel des erfolgreichsten Vereins bei de Deutschen reicht, müssen wir abwarten.“, stapelt Piaskowski tief.
Zu den Goldfavoriten aus Fuldaer Sicht zählen:
Moritz Fladung (Canadier Einer Junioren) und Aaron Reith (Kajak Einer Junioren)
Joshua Piaskowski (Kajak Einer Junioren)
Jonathan Gescher / Aaron Reith (Junioren C2).
Weitere Medaillenkandidaten für Fulda sind Christopher Massini, der nach seinem Aufstieg in die Jugendklasse direkt Anschluss finden und sich den Meistertitel sichern will. Mit Celine Dajek (Tochter des sechsfachen Weltmeisters Andreas Dajek) und Sophia Krönung schickt der KCF erstmals einen reinen Damen-Canadier-Zweier ins Rennen. Man darf gespannt sein, wie sich das in dieser Saison frisch formierte Duo schlägt. Jüngster Teilnehmer aus Fulda ist Jasper Zentgraf, der bei den C-Schülern mitmischt.
Eine Medaillenbank waren in der Vergangenheit immer die Mannschaften des Kanu-Club Fulda. Und auch in diesem Jahr haben die KCF-Mannschaften sämtlicher Altersklassen (Schüler, Jugend, Junioren, Leistungsklasse) das Potential, aufs Treppchen zu fahren. Wer die begehrten drei Plätze pro Mannschaft erhält, entscheidet sich nach den Einzelergebnissen.
Nachdem die Wildwasserennsportler die gesamte Saison über mit Niedrigwasser zu kämpfen hatten, sah es auch bei den ersten Trainingstagen eher nach “Nordic-Canoeing“ aus. Jedoch hat Dienstag starker Regen eingesetzt, sodass sich die Brandenberger Ache in einen reißenden Wildwasserbach verwandelte.