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Bischof Algermissen überreichte Silvesterorden an Verleger Naumann

Fulda/Gelnhausen (bpf). Papst Franziskus hat den katholischen Verleger Ehrhard Naumann (70) für sein kirchliches Engagement mit dem „Kreuz des Ritters des Ordens des Heiligen Silvester“ (Silvesterorden) ausgezeichnet. Der Orden wurde ihm von Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch in Gelnhausen überreicht. „Ehrhard Naumann hat als katholischer Verleger der Kirche in der medialen Öffentlichkeit eine vernehmbare Stimme gegeben“, würdigte der Bischof den Geehrten.

Ehrhard Naumann wurde am 24. Februar 1944 in Freigericht-Altenmittlau geboren und ist seit 19. Mai 1967 mit seiner Frau Monika verheiratet; das Ehepaar hat zwei Söhne. Naumann legte im September 1969 die Meisterprüfung im Buchdrucker- und Schriftsetzerhandwerk mit Ausbildungsberechtigung ab. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er eine Buchdruckerei gegründet. Seit 1975 betrieb er Redaktion, Druck und kostenlose Verteilung des Wochenblattes „Gelnhäuser Bote“ in seiner heimatlichen Region. Dieses erscheint zwischenzeitlich unter dem Titel „Mittelhessenbote“ mit einer gegenwärtigen Auflage von rund 325.000 mit 39 verschiedenen Ausgaben in den beiden hessischen Landkreisen Main-Kinzig und Wetterau sowie angrenzenden Gebieten. Traditionell ist die komplette Titelseite des Mittelhessen-Bote in der Weihnachtsgesamtausgabe den Bischofsgrußworten vorbehalten.

1986 erfolgte der Umzug der Firma auf ein selbst finanziertes Firmen-Eigengelände mit struktureller Betriebserweiterung auf nunmehr 50 Arbeitsplätze. 1988 gründete Naumann die Tageszeitung „Gelnhäuser Neue Zeitung“, deren gegenwärtige Auflage bei 10.000 Exemplaren liegt. Es ist bis heute die einzige Tageszeitungsneugründung mit Gründung und Aufbau eines Verlages in der Bundesrepublik Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg. Die „Gelnhäuser Neue Zeitung“ ist ausgesprochen kirchenfreundlich und veröffentlicht als eine von wenigen deutschen Tageszeitungen vom ersten Tag an jeden Samstag neben den „Kirchplatz“-Seiten mit allen Gottesdiensten im Erscheinungsgebiet auch eine Fachseite zum Thema Kirche und Glaube, die von einem studierten Theologen erstellt wird. 1994 zog die Firma nach Gelnhausen um.

Der Verleger Ehrhard Naumann ist auch im kirchlichen Bereich seit seiner Jugend sehr engagiert. Von 1958 bis 1962 war er ehrenamtlicher Jugendleiter der Kolpingfamilie Altenmittlau, von 1962 bis 1964 Vorsitzender der Kolpingfamilie Altenmittlau, von 1967 bis 1971 Mitglied im Verwaltungsrat der Kirchengemeinde St. Markus Altenmittlau. 1983 half er beim Wiederaufbau eines Dorfes in Brasilien, welches durch eine Großüberschwemmung hinweggespült worden war. 1987 wurde Naumanns jahrzehntelanger Einsatz vielfach honoriert: 1987 mit dem Ehrenzeichen des Kolping-Diözesanverbandes Fulda für außergewöhnlichen sozialen Einsatz, 1994 mit der Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 2004 durch die Verleihung des Ehrenbriefes des Landes Hessen.

Über den Zeitraum von 45 Jahren haben Ehrhard Naumann und seine Ehefrau Monika drei Missionsstationen in Brasilien (Mogi das Cruzes; Juscimeira-Campo Verde Sao Paulo) unterstützt. Dieses führte zu dem Bau von 100 Häusern, einer Ziegelei, zur Gründung einer Zuckerrohr-Genossenschaft, Ausbildungsstätten für Lehrlinge, Kindergärten und Schulen. Im Jahre 1984 nahmen die Eheleute einen 16-jährigen Vietnamesen vom Schiff „Kap Anamur“ in die eigene Familie. Vom brasilianischen Kolpingwerk wurde Naumann im Jahr 1993 für sein Engagement ausgezeichnet. Von 2007 bis 2009 engagierte er sich für den Bau eines Berufsausbildungszentrums mit Wohnheim und Werkstätten in Varzea Grande/Brasilien für das Internationale Kolpingwerk.

 

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