Fulda. Dieser Frage ging am Donnerstagabend, 3. April 2014, Prof. Dr. Rodrigo Jokisch von der UNAM (Universidad Nacional Autonoma de Mexico) mit rund 40 Teilnehmern nach. Der Vortrag lieferte nicht nur eine soziologische Analyse des Verhältnisses von Staat und Individuum in Deutschland, sondern Jokisch konnte durch seine Umfangreiche Lehrtätigkeit im Ausland interessante Blickwinkel auf die Fragestellung eröffnen. In der anschließenden kontrovers geführten Diskussion über die Frage des Verhältnisses von Gleichheit und Freiheit in Deutschland kam insbesondere die Sozialpolitik in den Fokus.
Jokisch forderte die Anwendung des Subsidiaritätsprinzips (Der katholischen Soziallehre entstammendes gesellschaftsethisches Prinzip, das auf die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung des Einzelnen abstellt. Erst wenn die Möglichkeiten des Einzelnen bzw. einer kleinen Gruppe (Familie, Gemeinde) nicht ausreichen um „eine Aufgabe“ zu lösen, sollen staatliche Institutionen subsidiär eingreifen.) und stellte als eine Maßnahme zum Schließen der Gerechtigkeitslücke die Einführung eines Grundeinkommens in Deutschland dar. Ein besonders Bonmot war, dass Jokisch immer wieder Ludwig Erhard zitierte und es war überraschend wie aktuell, diese 40-50 Jahre alten Zitate wirkten.