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Die “Wunderkinder” aus Bronnzell

Fulda (mb). „Wir sind Wunderkinder, genial und phänomenalig…” Begeistert singen die Jungen und Mädchen das pfiffige Liedchen, recken ihre kleinen Ärmchen in die Höhe, so als wollten sie ihrem Gast aus dem Stadtschloss zuwinken. Die liebevolle Unbekümmertheit und Freude der Kinder zaubert Fuldas OB Gerhard Möller ein dankbares und zufriedenes Lächeln ins Gesicht. Zum ersten Mal ist der „Schlossherr” im katholischen Kindergarten St. Peter in Bronnzell zu Besuch und sicher wird er es nicht das letzte Mal gewesen sein.

Gast im Wald

Viel Platz und eine liebevolle Betreuung durch sechs Erzieherinnen haben die rund 50 Kinder, die die zwei Gruppen der Einrichtung besuchen. Als besonderen Clou des pädagogischen Konzepts von St. Peter dürfen die Kleinen sogar einmal pro Woche raus in den Wald. „Wir haben eine Kindergartenmutter, die selbst Jägerin ist und öfter mal mit den Kindern etwas macht”, berichtet Leiterin Johanna Herber ihrem Gast. Sie möchte, dass die Jüngsten den Wald im Wandel des Jahres kennen lernen. Selbstverständlich spielen die Kinder von St. Peter auch viel mit Ästen und Holz, das sie überall finden. Dennoch ist für Herber eines klar: „Wir sind Gast im Wald und respektieren den Lebensraum der Tiere.”

Zur aktuellen Situation ihrer Einrichtung sagt Leiterin Herber, dass die Kinder „heute viel jünger sind, wenn sie zu uns kommen.” Viele seien bereits „recht fitt und selbständig.” Aber es gebe auch solche, „wo noch viel aufzuholen ist”. Positiv bewertet Herber die deutlich ländliche Prägung Bronnzells. Die klassische Familie ist in vielen Fällen mit Oma und Opa noch komplett.

Lust auf einen Besuch

Blende: Gemeinsam mit Pfarrer Oswald und Kindergartenleiterin Herber macht der Oberbürgermeister einen kurzen Rundgang durch die großzügigen Räume des Hauses, die hell und freundlich wirken mit ihren warmen Wandfarben, dem hölzernen Mobiliar und den bunten Kinderbildern. Im Werkraum basteln die Kleinen gerade. Möller geht auf eine der jungen Handwerkerinnen zu, die versucht Nägel in ein Stück Holz zu schlagen. Mit Möllers Hilfe gelingt es: Das Mädel stahlt verschmitzt übers ganze Gesicht. Am Ende seines Rundgangs stellt sich der OB den Fragen der jüngsten Bronnzeller. „Wo arbeitest Du?”, fragt eine kecke Stimme und gibt spontan fragend die Antwort: im Bürgerhaus? Fuldas Verwaltungschef korrigiert lächelnd mit dem Hinweis, im Stadtschloss sein Büro zu haben. „Wenn ihr einmal Lust habt, mich zu besuchen, seid ihr jederzeit herzlich willkommen.”

Religiöses Wissen vorhanden

Kirche und Dorfgemeinschaft sind in Bronnzell nah bei einander, sagt Pfarrer Oswald. Ihn freut, dass bei den Kindern des Stadtteils religiöses Wissen vorhanden ist und sie sehr an den biblischen Geschichten, die ihnen der Geistliche erzählt, interessiert sind. Das sei längst nicht mehr überall so. Zur guten Tradition in St. Peter gehört auch, beim Kindergeburtstag zu beten oder die kirchlichen Feste wie Erntedank oder St. Martin zu feiern und an der Darstellung der heiligen Familie auf dem Weg in den Wald kurz Station zu machen. Religiöse Erziehung fließt eben in das pädagogische Konzept des Kindergartens mit ein, bekräftigen Pfarrer Oswald und Kindergartenleiterin Herber.

Gästebuch

Zum Schluss legt die „Hausherrin” von St. Peter dem OB ein großes Gästebuch vor und bittet ihn um ein paar Zeilen zur Erinnerung. Denn „wann zuletzt ein Oberbürgermeister bei uns zu Gast war”, ist nicht bekannt. So soll wenigstens diese Begegnung der Mädchen und Jungen des katholischen Kindergartens von Bronnzell mit Fuldas Verwaltungschef für spätere Generationen festgehalten werden.

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