Fulda. Am 26. September startet in Fulda ein vierwöchiges interaktives Ausstellungsprogramm, das über die weiterhin weltweit existierenden grausamen Praktiken der weiblichen Genitalverstümmelung sowie über den von Frau Prof. Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe an der Hochschule Fulda entwickelten Wert-Zentrierten Ansatz informiert, der wirksame Lösungswege zur nachhaltigen Überwindung der grausamen Tradition bereit stellt. Unter dem Titel „Leid beenden – Perspektiven schaffen: Weibliche Genitalverstümmelung IST überwindbar” entsteht zurzeit ein Ausstellungskonzept, das neben Exponaten auf Kommunikation und Dialog setzt.
Die Präsentation konzentriert sich auf die Situation im west-kenianischen Gebiet der Kisii-Ethnie, die bis heute als besonders hartnäckige Verfechter des Beschneidungsrituals gelten. Dort angesiedelt ist das „Fulda-Mosocho-Projekt”, das seit 2002 erfolgreich gegen die weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation) arbeitet. Dort sank die Beschneidungsrate innerhalb von wenigen Jahren von 98 % auf unter 30 %. Das Projekt wurde aufgrund seiner Erfolge in 2006 für den Menschnrechtspreis des EU-Parlaments nominiert.
Ausstellungsort ist das Stadtschloss in Fulda, zentral gelegen und gut erreichbar auch für interessierte auswärtige Besucherinnen und Besucher – ganz in der Nähe des ICE-Knotenpunkts Fulda. Angesprochen sind Fachleute ebenso wie interessierte Menschen ohne genaue Kenntnis der Problematik – und ganz besonders auch hessische Schülerinnen und Schüler und deren Lehrer und Lehrerinnen.
Herzstück der Präsentation wird dabei die „Kommunikative Ausstellung” sein. Sie umfasst rund 40 Exponate, die Vorführung des ARD-Weltspiegel-Beitrags „Kenia – Schluss mit der Beschneidung” des langjährigen ARD-Afrikakorrespondenten Dr. Werner Zeppenfeld sowie zahlreiche Original-Materialien aus dem Fulda-Mosocho-Projekt in Kenias Westen. Sie ist hervorgegangen aus der Ausstellung „Win Power – Stop Pain”, die 2007 mit sehr positiver Resonanz im EU-Parlament in Brüssel gezeigt wurde.
Beim Gang durch die Ausstellung werden die Besucherinnen und Besucher nicht allein gelassen. Der Faktor „Kommunikation” wurde bewusst gewählt. So begleiten ausgebildete und erfahrene Fachkräfte die Gäste, stehen für Fragen und Antworten jederzeit zur Verfügung. Sie sind im Bereich Sexueller und Reproduktiver Gesundheit geschulte „Experts”, die selbst im Fulda-Mosocho-Projekt aktiv waren oder sind. Sie bringen in die Ausstellungsbegleitung ihre Erfahrungen aus den Kontakten zu kenianischen Müttern, Vätern und Mädchen mit. Gewollt sind direkte Gespräche mit den Besuchern, in denen die Problematik erörtert werden kann.
Gefördert wird das gesamte Vorhaben vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Anmeldungen von Schulklassen und Gruppen sind ab sofort möglich. Ansprechpartnerin: Ulrike Niewerth, Tel. 0661 – 64125. Informationen zur Ausstellung finden Sie unter www.fulda-mosocho-project.com.
