Fulda. Was würden Sie für einen sicheren Arbeitsplatz tun? Jeden Tag verunsichern uns neue Meldungen über Massenentlassung und Firmenpleiten. Da ist es gut zu wissen, dass es Firmen gibt, die sich um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter sorgen. Die Firma von Emma ist so ein weltweit agierendes Unternehmen. In scheinbar harmlosen Small Talks unter weiblichen Top Dogs informiert sich eine Managerin über etwaige Probleme. Diese Managerin bleibt namenlos, ist so jenseits irgendeiner Individualität ganz neutrale Repräsentantin des Systems. Wie eine Schülerin lässt sie Emma die Firmenregeln vorlesen, um sie ihr einzuprägen. Alles scheint in dieser Firma reglementiert, selbst die Romantik findet eine Definition.
Emma verliebt sich. Sie bricht die erste Regel – keine Liebesverhältnisse unter Kollegen –, der Alptraum beginnt. Begriffe wie Liebe oder Zuneigung werden einem juristischen Regulativ unterworfen, werden benutzt wie eine Waffe oder wie ein Netz. Emma wird aufbegehren, wird drohen, nicht mitzumachen, wird die Managerin beleidigen. Am Ende aber heißt der Ausweg Unterordnung. Und die Persönlichkeit, das private Leben, wird Opfer einer perversen, faschistoiden Firmenideologie.
Das 2008 in London uraufgeführte Stück aus der schönen neuen Wirtschaftswelt erzählt mit grimmiger Satire und bitterbösen Dialogen einen Thriller gewürzt mit britischem Humor. Die aktuelle Unternehmensphilosophie auf die Spitze getrieben: ein Kampf um Macht, Autorität und persönlicher Selbstbestimmung. Eine brillante, ziemlich makabre Realgroteske.
Das „Emma In Love“ von Mike Bartlett wird am Dienstag, 21. Januar 2014 im Schlosstheater aufgeführt. Beginn ist 19 Uhr. Für die Aufführung, die vom Metropoltheater in München kommt, gibt es Eintrittskarten im Bürgerbüro, Schlossstr. 1, und im Theaterbüro, Schlossstr. 5, Telefon: (0661) 102-1483.