Fulda. Die Stimmung im Handwerk ist unverändert gut. Das zeigt die aktuelle Januarumfrage der Kreishandwerkerschaft bei ihren Mitgliedsbetrieben. 56% der Handwerksbetriebe bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut. Im Vorjahr waren es mit 58% nur geringfügig mehr. Auch die Erwartungen für das kommende Jahr haben sich im Schnitt kaum verändert. Nur 18% der befragten Betriebe erwarten, dass für sie das Jahr 2013 gegenüber dem Jahr 2012 schlechter wird. Im Vorjahr betrug der Wert für 2012 gegenüber 2011 20,5%.
Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt
Zweidrittel aller Handwerksbetriebe in der Region wollen in diesem Jahr Personal einstellen. Eine Entspannung für den regionalen Arbeitsmarkt ist nicht in Sicht. Die Vollbeschäftigung im Handwerk wird auch in 2013 andauern.
Licht und Schatten im Handwerk
Bei genauerer Analyse sind jedoch deutliche Bremsspuren im Zahlenmaterial zu erkennen. So melden 23% der Betriebe Umsatzrückgänge, beim Ertrag mussten sogar 27% Rückgänge hinnehmen. Die jeweiligen Vorjahreswerte betrugen beim Umsatz 9% und beim Ertrag 14%. Diese deutliche Verschlechterung wird insbesondere durch zwei Branchen verursacht. Im Kfz-Bereich gingen der Umsatz bei 42% und der Ertrag bei 38% der Betriebe in 2012 zurück. Und auch das Bauhandwerk als zweite Branche hat in 2012 diesbezüglich schlechter abgeschlossen. In der Bau-Innung musste jeder dritte Betrieb Umsatz- und Ertragsrückgänge hinnehmen.
Ähnlich verhält es sich bei der Beschäftigung (Auslastung) und bei den Investitionstätigkeiten. In beiden Rubriken ist gegenüber 2011 der Anteil der Betriebe gestiegen, der in 2012 Rückgänge hinnehmen musste, insbesondere wiederum in den Branchen Kfz und Bau.
Ausbaugewerbe lag 2012 vorne
Die Nase vorn hatte in 2012 hat das Ausbaugewerbe (Elektro, Holz, Farbe etc.). Hier ist sogar der Anteil der Betriebe, die ihre aktuelle Lage als gut oder sehr gut einstufen, gegenüber dem Vorjahr von 66% auf 72% gestiegen. Die Stimmung im Nahrungsmittelhandwerk ist nach wie vor unterdurchschnittlich (was wohl eine regionale Besonderheit darstellt), hat sich aber gegenüber dem Vorjahr verbessert. Optimistischer sind auch die (konsumnahen) Dienstleister (Friseure, Maßschneider, Schuhmacher, Uhren/Schmuck) geworden. Im Vorjahr äußerten sich noch 19% aller Betriebe negativ hinsichtlich der Erwartungen für 2012. Der aktuelle Wert für 2013 beträgt jetzt nur noch 10%. Der Anteil der Betriebe, der seine aktuelle Geschäftslage als gut oder sehr gut beurteilt, ist bei den Dienstleistern von 31% auf 50% gestiegen.
Fazit:
Alles in allem wird auch das 2013 für das Handwerk kein schlechtes Jahr werden. In der Baubranche war nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme und dem Wegfall öffentlicher Aufträge mit einem Rückgang zu rechnen gewesen. Bitter ist der starke Abwärtstrend im Kfz-Bereich. Ob er in 2013 zu stoppen ist, bleibt fraglich. Vieles hängt natürlich von der gesamten konjunkturellen Entwicklung in den nächsten Monaten, von der Eurokrise (soweit man da überhaupt noch von einer Krise sprechen kann) und von der allgemeinen Stimmungslage ab. Eine Herausforderung für das gesamte Handwerk bleibt auf jeden Fall auch in 2013 der Fachkräftemangel.