Fulda. „Die Resonanz war enorm“, bilanziert Petra Meyerhenke, die für die Koordination von EU-Projekten bei Grümel verantwortlich ist. „Zwischen Februar 2010 und November 2012 haben wir über das Projekt IdA für insgesamt 271 Jugendliche und junge Erwachsene aus Stadt und Landkreis Fulda einen vierwöchigen Auslandsaufenthalt organisiert. Davon waren rund 40 Teilnehmer aus Grümel-Abteilungen.
IdA – Integration durch Austausch heißt das Programm, das Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit bietet, für mindestens vier Wochen berufliche Erfahrungen im europäischen Ausland zu sammeln. „Der Auslandsaufenthalt wertet das Bewerbungsprofil auf. Er trägt dazu bei, die Chancen der Teilnehmer auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen“, erklärt Petra Meyerhenke. 2009 ist die Koordinatorin für EU-Projekte bei Grümel erfolgreich dem Aufruf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) gefolgt.
Grümel hat sich mit dem EDUCATIONSCENTER BBZ und der Schule für Erwachsene Osthessen zum Bildungsnetzwerk Osthessen (BiNe) zusammengeschlossen. Zu den überregionalen Partnern des Projektverbundes „JOVE JobVision für Hessen – Brücken bauen für Europa“ zählen der HESSENCAMPUS des Rheingau-Taunuskreises und der Bildungsträger Jafka gGmbH in Kassel. Die Gesamtkoordination des Projektverbundes obliegt dem Hessischen Kultusministerium.
Ende 2012 läuft das aktuelle Projekt aus. Doch die Nachfrage in Osthessen ist ungebrochen. Grümel und JOVE planen deshalb schon für 2013 und 2014. „Denn die Teilnehmer sammeln berufsspezifische Erfahrungen, beweisen Mobilität, verbessern ihre Handlungs- und Sozialkompetenz, erweitern ihre Sprachkompetenz und ihren Horizont“, weiß Meyerhenke. Sie betont noch einen weiteren wichtigen Aspekt: „Unsere Teilnehmer machen als Deutsche einen guten Eindruck im Ausland und tragen ein Stück deutscher Kultur ins Gastland.“
Die Teilnehmer befinden sich entweder in Ausbildung, nehmen an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teil, besuchen die Abendschule, um einen weiterführenden Schulabschluss zu erreichen, oder sind finanzschwache Jugendliche ohne Beschäftigung. Grümel gewann zudem die Brüder-Grimm-Schule Fulda, die Anne-Frank-Schule in Gersfeld, die Domschule Fulda und auch die Eduard-Stieler-Schule Fulda, die Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld sowie die Startbahn, die Arbeitsschule des Antoniusheims Fulda, als regionale Partner und unterstützt diese bei der Durchführung des IdA-Projekts.
„Jeder Teilnehmer ist zwischen fünf oder sechs Monaten in das Projekt eingebunden“, erklärt Petra Meyerhenke. In der Vorbereitungsphase nehmen die Teilnehmer an Modulen zur Landeskunde, zur interkulturellen Sensibilisierung, an Mobilitätstraining und an Sprachkursen teil. Erlebnisorientierte Angebote sind ebenfalls Teil der Vorbereitung. Während des anschließenden vierwöchigen Auslandsaufenthalts absolvieren sie ein betriebliches Praktikum oder sammeln in „Job-Camps“ betriebliche und berufliche Erfahrungen.
Außerdem vertiefen sie in Kursen die Sprachkenntnisse und lernen beispielsweise bei Museumsbesuchen die Kultur des Landes kennen. Nach der Rückkehr wird der Aufenthalt ausgewertet. In Erfahrungsberichten mit Bild- und Filmmaterialien dokumentieren die Teilnehmer ihre Erlebnisse, Begegnungen und Fortschritte. Darüber hinaus bekommen sie Unterstützung bei der Integration in die Arbeitswelt. Die Reise- und Aufenthaltskosten werden aus Fördergeldern des Europäischen Sozialfonds finanziert. Alle Teilnehmer erhalten das Zertifikat „Europass Mobilität.
Zu dem Erfolg des Projektes trägt nicht zuletzt die fruchtbare Kooperation mit den transnationalen Partnern in Italien (Eurocultura in Vicenza), Tschechien (Euroskola in Ceska Lipa), Rumänien (Evangelischer Kirchenbezirk Medias), Polen (BOW Polska) und der Türkei (Il Milli Egitim Müdürlügü, Staatliches Schulamt in Izmir) bei. Aus der Zusammenarbeit entwickelten sich bereits weitere EU-Projekte.
Zum Foto; Im Rahmen des IdA-Projekts besichtigten Teilnehmer eines Italienaustauschs Verona (von links): Jennifer Kehl, Julia Auth, Rico Koch, Luisa Heizenröder, Tatjana Braungart, Olga Berg, Marietta Preiß-Schäfer und Luisa Jehn.
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