Offenbach. Die Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, besuchte die Studiengruppe zugewanderter Lehrerinnen und Lehrer beim Weiterbildungsträger Fortbildungsakademie der Wirtschaft gGmbH in Offenbach und informierte sich über den aktuellen Stand des Projekts.
Auf Initiative des Landes Hessen verfolgt die Otto Benecke Stiftung e.V. als Träger des Projekts mit der Maßnahme das Ziel, im Ausland ausgebildete und dort berufstätige Personen für eine Tätigkeit im hessischen Schulsystem in einem dreizehnmonatigen Lehrgang so zu schulen, dass ihnen der Berufseinstieg erleichtert bzw. ermöglicht wird. Die im Herkunftsland studierten Fächer müssen den in Hessen ausgewiesenen Mangelfächern entsprechen (z.B. Mathematik, Physik, Informatik, Metall- und Elektrotechnik).
Die Landesbeauftragte ließ sich zunächst von Herrn Lilienthal von der Fortbildungsakademie und Frau Maur sowie Frau Anheier-Peez von der Otto Benecke Stiftung über den Stand des Projektes informieren. Danach laufe das Projekt sehr erfolgreich und zwei Teilnehmer seien bereits in den Schuldienst eingetreten. Weitere acht Teilnehmer hätten von den Schulen ein Angebot für eine Übernahme nach Beendigung des Kurses erhalten.
Während zweier mehrwöchiger Hospitationen hätten die Teilnehmenden einen Einblick in das hessische Schulsystem erhalten und Unterrichtserfahrung gesammelt. In den nächsten zwei Monaten würden die Prüfungen von Professoren verschiedener hessischer Universitäten abgenommen und die entsprechenden Modulscheine ausgestellt. Ebenso muss eine Prüfung zur Unterrichtssprache Deutsch vor dem Amt für Lehrerbildung abgelegt werden. Ende Februar 2012 werde es ein Abschluss-Seminar geben, bei dem auch eine Auswertung des Kurses vorgenommen werde.
Frau Ziegler-Raschdorf nahm sich viel Zeit für ein umfassendes Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kurses. Jeder Kursteilnehmer und jede Kursteilnehmerin berichteten über ihre Ausbildung im Herkunftsland und ihre Versuche, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. Sie informierten weiterhin über ihre Erfahrungen in der Studiengruppe in Offenbach und in den beiden Hospitationen in den Schulen. Diese Erfahrungen waren durchgehend positiv.
Die Landesbeauftragte zeigte sich beeindruckt von den Leistungen und dem Fleiß der Teilnehmenden, die aus ganz Hessen kommen und zum Teil über fünf Stunden täglich unterwegs sind. „Für diese Lernleistung und das Durchhaltevermögen spreche ich Ihnen meine Wertschätzung und Anerkennung aus. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei den Prüfungen und hoffe, dass viele von Ihnen in den hessischen Schulen Arbeit finden können“.
Die Landesbeauftragte dankte Herrn Lilienthal von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Offenbach für sein Engagement und insbesondere dem Betreuer der Gruppe, Herrn Hakkakul. Die Otto Benecke Stiftung mit Frau Maur und Frau Anheier-Peez hätten sich große Verdienste beim Zustandekommen dieser Maßnahme erworben. Ebenso dankte sie den Schulleiterinnen und Schulleitern sowie Mentoren für ihre Unterstützung bei den beiden Hospitationen der Teilnehmenden.
„Für mich als Landesbeauftragte hat dieses maßgeschneiderte Projekt eine große Bedeutung und ich habe mich intensiv und gern für seine Verwirklichung eingesetzt. Das Projekt zur Nachqualifizierung zugewanderter Lehrkräfte ist ein ganz wesentlicher Schritt, die Potenziale von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern besser zu nutzen und weiter auszubauen. Bei der feierlichen Zeugnisausgabe Anfang des nächsten Jahres will ich gerne wieder zu Ihnen nach Offenbach kommen“, so Frau Ziegler-Raschdorf am Ende des Gespräches.
Foto: Im Kreis der Studiengruppe zugewanderter Lehrerinnen und Lehrer bei der FAW in Offenbach Frau Anheier-Peez von der OBS (4.v.rechts), Frau Maur von der OBS (5.v.rechts), Frau Landesbeauftragte Ziegler-Raschdorf (6.v.rechts, Herr Hakkakul von der FAW (8.v.rechts) und Herr Röther vom Hessischen Sozialministerium (4.v.links).