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Hautkrebs durch Sonne und Solarien – Nur jeder Fünfte geht zur Vorsorge

Frankfurt am Main. In Hessen werden pro Jahr rund 7.000 Menschen wegen Hautkrebs im Krankenhaus behandelt. Darunter ist etwa jeder Vierte an dem besonders gefährlichen schwarzen Hautkrebs erkrankt. Obwohl Hautkrebs, wenn er früh genug erkannt wird, in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden kann, hat in den vergangenen zwei Jahren nur jeder fünfte Hesse die Hautkrebs-Früherkennung in Anspruch genommen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK).
Je früher ein Hautkrebs entdeckt wird, umso besser sind die Chancen, ihn zu heilen. “Gerade Menschen, die sich stark der Sonne aussetzen, eine sensible Haut haben oder auch schon einen Hautkrebsfall in der Familie hatten, sollten regelmäßig zur Vorsorge gehen”, rät Alexandra Schätzle, Präventionsberaterin bei der TK in Hessen. Ziel der Vorsorgeuntersuchung ist es, den schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) sowie den hellen Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom) frühzeitig zu erkennen. Diese Früherkennungsuntersuchung können Frauen und Männer ab 20 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. Von 391.000 TK-Versicherten in Hessen haben 2010 und 2011 jedoch lediglich 77.000 Versicherte (19,7 Prozent) ein Hautkrebs-Screening durchführen lassen.

Bei kaum einer anderen Krebsart sind die Auslöser so eindeutig für die Krebsentstehung verantwortlich – und gleichzeitig so leicht vermeidbar wie beim Hautkrebs. Die größten Risikofaktoren für die Entstehung der Krankheit sind die natürliche UV-Strahlung der Sonne und die künstliche Bestrahlung in Solarien. Hautkrebs riskiert, wer seiner Haut zu viel ultraviolette Strahlen zumutet. Beispielsweise verdoppeln Menschen, die bis zu ihrem 35. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzen, ihr Risiko, an einem malignen Melanom zu erkranken. Dieser Tumor ist besonders gefährlich, da er schnell Tochtergeschwülste (Metastasen) bildet und zum Tod führen kann.

In keinem anderen Land Europas werden Solarien – gerade in den Wintermonaten – so intensiv genutzt wie in Deutschland. Alleine in Hessen kommen schätzungsweise auf rund 1,2 Millionen Solariengänger mehr als 6.500 Geräte. Seit Jahresbeginn 2012 müssen Solariennutzer deutlich sichtbar vor möglichen Gesundheitsgefahren gewarnt werden. Zudem dürfen Solarien in Sonnenstudios seit August 2012 eine maximale Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter Haut nicht mehr überschreiten. Diese entspricht allerdings immer noch der höchsten UV-Dosis, die auf der Erde gemessen werden kann: Sie hat die Stärke der Mittagssonne am Äquator. Seit November 2012 sind Solarien verpflichtet, qualifiziertes Fachpersonal für Beratung zur Verfügung zu stellen.

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