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Bischof Algermissen weihte Altenheim St. Elisabeth in Hosenfeld ein

Hosenfeld (bpf). „Es ist sicher kein Zufall, dass sich auch dieses neu errichtete Altenpflegeheim in Betriebsträgerschaft der katholischen Kirche befindet. Caritatives Engagement im Sinne des hl. Vinzenz von Paul gehört neben der Verkündigung und Feier der heiligen Liturgie zum Wesen unserer Kirche und ist niemals schmückendes Beiwerk.“ Dies unterstrich Bischof Heinz Josef Algermissen am Freitag bei der Einweihung des neuen Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth in Hosenfeld mit gleichzeitiger Weihe der Kapelle und des Altars.

In seiner Ansprache betonte der Bischof, dass caritatives Engagement dem Grundauftrag Jesu Christi entstamme, denen zu dienen und beizustehen, die ohne Hilfe allein und schutzlos wären. So habe der damalige Bundespräsident Horst Köhler bei seiner Begrüßung des Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI. in Köln-Bonn im Rahmen des Weltjugendtages 2005 die caritative und diakonische Arbeit der Kirche „weit mehr als ein gesellschaftliches Reparaturunternehmen“ genannt. Sie geschehe aus der Überzeugung, dass „der Mensch nicht nur vom Brot allein“ lebe, sondern weil „die Kirchen sich von einem bestimmten Menschenbild leiten“ ließen.

Dieses Menschenbild, so Bischof Algermissen, sei auf ganz eindrückliche Weise in der berühmten Gerichtsrede des Evangelisten Matthäus überliefert, die als letzte ausführliche Unterweisung Jesu an seine Jünger vor der Passionsgeschichte platziert worden sei, um ihre entscheidende Bedeutung hervorzuheben. Dort heißt es: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“. „Christus selbst identifiziert sich mit den Kranken, den Hungrigen, den Schwachen, und mit allen notleidenden Menschen.“ In all den Armen in einem umfassenden Sinn, auch in den alten und pflegebedürftigen Menschen, könnten die Menschen Gott selbst begegnen, stellte der Oberhirte heraus. Dies sei das Zentrum allen caritativen Tuns in der Kirche und seine letzte und entscheidende Motivation.

Zu Beginn seiner Predigt hatte der Bischof hervorgehoben, dass die barmherzigen Schweatern vom hl. Vinzenz von Paul mit diesem Haus für alte Menschen auf eine gesellschaftliche Herausforderung antworteten, die sich in den kommenden Jahren noch zuspitzen werde. „Wir stehen vor einer bis dahin nicht gekannten Zunahme des Anteils älterer und alter Menschen in unserer Gesellschaft.“ Der Aufwand an Pflege und Unterstützung für sie wachse beständig. Man tue sich heute schwer, vom Alter oder Altsein zu sprechen. Stattdessen habe man verdrängende Worte wie „Senioren“, „Pensionäre“ oder „reifere Jahrgänge“ im Sprachgebrauch, als sei das Alter etwas Peinliches. „Wir blenden damit einen ganzen Lebensabschnitt aus, einen Teil der menschlichen Existenz“, gab der Bischof zu bedenken. „Es geht um den Menschen in seiner vollen Wahrheit, in all seinen Dimensionen… Der Mensch ist der erste und grundlegende Weg der Kirche“, so hatte es Papst Johannes Paul II. 1979 in seiner programmatischen Enzyklika „Redemptor Hominis“ gesagt. Auch der alte Mensch sei also „Weg der Kirche“, und gerade er könne er die Jüngeren mit seiner Reife, Weisheit und Liebe belehren und beschenken. „In einer von jugendlicher Vitalität und Leistung bestimmten Zeit offenbaren alte Menschen, dass die oberflächlichen Ideale einer Spaßgesellschaft bestenfalls ein kleines Segment der ganzen Wirklichkeit sind.“

Bischof Algermissen erinnerte in diesem Zusammenhang an das Johannes-Evangelium, in dem beschrieben wird, wie Jesus in seinem Abschiedsmahl und der Fußwaschung am Vorabend seines Leidens ein großes Testament mit grundsätzlichen Konsequenzen für das Verhältnis von Liturgie und Caritas-Diakonie geschenkt habe. „Beide sind miteinander verwoben, bedingen einander, sind wie die beiden Brennpunkte einer Ellipse“, so der Bischof. Liturgie als „Quelle und Gipfel“ allen Tuns der Kirche müssen notwendigerweise übergehen in die Haltung des „gebeugten Rückens“, nämlich in die Anteilnahme am Leben der Menschen auf Augenhöhe. „Liturgie ohne konsequente Caritas-Diakonie bliebe ein äußeres Spiel, Caritas aber ohne Rückbindung an Gottesdienst und Jesusnachfolge würde schnell zum leeren Management verkommen.“

Der Oberhirte zeigte sich überzeugt, „dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vinzenz GmbH aus diesem Elisabeth gestalten werden“, und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Heim den alten Menschen schnell zu einer „echten und tiefen Heimat“ werde. Bischof Algermissen sprach sodann ausdrücklich den Schwestern des hl. Vinzenz von Paul und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für alles seinen Dank aus, was sie zugunsten der fuldischen Kirche leisteten. „Es muss unbedingt in einem Miteinander des Glaubens nachwachsen können, was in der caritativen Versorgung und im Einsatz für Menschen abgegeben wurde“, unterstrich der Bischof und schloß mit einem Zitat des hl. Vinzenz von Paul: „Heilt die Wunden der Welt, nicht durch große Programme, sondern dadurch, dass ihr Christus darstellt“.

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