Fulda. Mit dem einstimmigen Beschluss über die ab dem 01.01.2013 geltenden neuen Gebührensätze für Schmutz- und Niederschlagswasser wurde in der Verbandsversammlung zum Jahresabschluss eine wichtige Entscheidung für die Bürgerinnen und Bürger der Mitgliedsgemeinden Fulda, Künzell und Petersberg getroffen.
Nach dem Grundsatzurteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes musste die bisherige Einheitsgebühr nach dem Frischwassermaßstab verursachergerecht auf das anfallende Schmutz- und Niederschlagswasser aufgeteilt werden. Nach Abschluss der umfangreichen und arbeitsintensiven Vorarbeiten im Zuge der Gebührenumstellung wird der bisherige Gebührensatz für das Schmutzwasser von derzeit 2,60 Euro pro m³ auf 1,98 Euro pro m³ gesenkt. Daneben wird eine Niederschlagswassergebühr in Höhe von 0,45 Euro pro m² angeschlossener Versiegelungsfläche erhoben, wobei Abschläge nach Art der Flächen und für Zisternennutzungen gewährt werden. Sogenannte Grundgebühren, z.B. für Frischwasserzähler oder auch angelehnt an die gesamte Grundstücksgröße, werden beim Abwasserverband Fulda nicht erhoben.
Für einen Musterhaushalt mit 4 Personen mit einem Frischwasserverbrauch von 140 cbm/a und einer abflusswirksamen Versiegelungsfläche von 160 qm kommt es beispielsweise im Vergleich zur alten Gebühr zu einer Gebührenersparnis von 14,80 € / Jahr. „Grundstücke mit geringen Versiegelungsflächen werden Kostenersparnisse haben. Für viele Haushalte werden die Veränderungen sehr gering sein. Es wird jedoch auch Fälle geben, die aufgrund großer Versiegelungsfläche trotz der deutlichen Senkung bei der Schmutzwassergebühr eine höhere jährliche Gebührenbelastung haben werden“, erläuterte die Vorsitzende des Abwasserbandes, Cornelia Zuschke.
„Insgesamt können wir mit dem Ergebnis dieses uns auferlegten Großprojektes zufrieden sein“, war die vielfach geäußerte Meinung in der Verbandsversammlung, da es trotz der Umverteilung des Gebührenaufkommens nicht zu einer Gebührenerhöhung gekommen ist und auch ein Musterhaushalt im pauschalen Sinn nicht mit höheren Kosten belastet wird. Der hauptsächlich wegen der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr zu ändernden Abwasserbeseitigungssatzung erteilte die Verbandsversammlung daraufhin einstimmig die Zustimmung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Verabschiedung des Haushalts 2013, dem die Verbandsmitglieder mehrheitlich bei 6 Enthaltungen ihre Zustimmung erteilten. Beim Abwasserverband könne man mit Stolz auf den kontinuierlichen Abbau der Schuldenlast blicken, so Cornelia Zuschke. Zum Jahresende 2012 werde man mit rund 30 Millionen Euro auf den niedrigsten Schuldenstand seit der vollständigen Verbandsgebietserweiterung auf die politischen Grenzen der Mitgliedsgemeinden Fulda, Petersberg und Künzell im Jahre 1991 blicken können. Durch geringere Zins- und Tilgungsleistungen werden sukzessiv größere Spielräume für neue Investitionen geschaffen und das wirke sich auf das umfangreiches Bauprogramm für das Jahr 2013 aus.
Größtes Einzelprojekt mit 1,2 Mio. Euro im 
1. Bauabschnitt wird der Anschluss der Kläranlagen Lüdermünd und Kämmerzell an die Kläranlage Gläserzell sein, mit dem die Abwasserreinigung in der Stadtregion eine deutliche Optimierung erfahren wird. Vor dem gleichen Hintergrund sollen im Rahmen einer Projektstudie Kooperationsmöglichkeiten mit dem Abwasserverband Oberes Fuldatal bei der Abwasserreinigung geprüft werden.
„Gebaut wird auf hohem technischen Niveau und mit großer Kraft, da die Baustellen des Abwasserverbandes häufig in stark frequentierten Bereichen der Stadtregion bei vollem Betrieb durchgeführt werden“, so Cornelia Zuschke. Die Investitionssumme im Jahre 2013 wird sich insgesamt auf rund 7,8 Millionen Euro belaufen, wobei die Netto-Neuverschuldung maximal 530.000 Euro betragen wird.
Bereits Ende November 2012 hatten die Mitglieder der Verbandsversammlung einstimmig beschlossen, die Überwachung der Zuleitungskanäle auf Privatgrundstücken durch den Verband bis zur Vorlage verbindlicher Vollzugsregelungen auszusetzen, da das Land Hessen die hierfür geltenden Bestimmungen der Abwassereigenkontrollverordnung außer Kraft gesetzt hat.
Abschließend verwies die Verbandsvorsitzende nicht ohne Stolz auf die in diesem Jahr bestätigte und erweitere zertifizierte Gütesicherung zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung. „Hiermit sind wir fit für eine zukunftsfähige umweltverträgliche Verwertung, mit der wir Ressourcen schonen und regionale Kreisläufe schließen“, so Cornelia Zuschke abschließend.