Fulda. Früher haben Jugendliche auf dem Schulhof gestritten oder gelästert. Heute veröffentlichen sie über Internet und Handy peinliche Fotos, posten Beleidigungen oder surfen unter falscher Identität. Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankasse (TK) waren 32 Prozent der befragten Jugendlichen zwischen 14 und 20 Jahren in Deutschland bereits einmal Opfer einer Cybermobbing-Attacke. Damit sich Lehrkräfte über die moderne Kommunikationskultur informieren können, findet am 29. November in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Suchtprävention an der Freiherr-vom-Stein Schule in Fulda eine Fortbildung statt.
Während der dreistündigen Veranstaltung klärt Thomas Graf, Bildungsreferent für Prävention und Medienpädagogik, neben den Nutzungsmotiven sozialer Netzwerke auch Fragen des Datenschutzes. Außerdem geht er darauf ein, wie Daten Dritter zum Mobbing missbraucht werden können und was die Schule und die Eltern dagegen tun können. Auf Grundlage der Fortbildung kann später eine Unterrichtseinheit für Schüler entwickelt werden, damit sie sensibler mit privaten Daten im Netz umgehen.
Die Veranstaltung ist Teil des landesweiten Projekts “Netz mit Web-Fehlern?”, das die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) mit Unterstützung der TK in Hessen ins Leben gerufen hat. Das Projekt möchte auf die Gefahren eines exzessiven Medienkonsums aufmerksam zu machen und ein Hilfsangebot für Betroffene und deren Angehörige in Hessen bereitstellen. Durch das Projekt werden seit Herbst 2008 regelmäßig Informationsveranstaltungen und Medienkompetenzseminare mit unterschiedlichen Kooperationspartnern angeboten.
Die Teilnahme an der Fortbildung steht allen Lehrern offen. Wer Interesse hat, kann sich bei Tina Wienröder von der Fachstelle Suchtprävention unter der Telefonnummer 06 61 – 83 88-219 anmelden oder schreibt eine E-Mail an t.wienroeder@diakonie-fulda.de.