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G8/G9, Inklusion und Stellensituation – Arbeitskreis Schule und Bildung der CDU-Kreistagsfraktion tagte

Fulda. Aktuelle schulpolitische Themen waren Gegenstand der jüngsten Zusammenkunft des Arbeitskreises Schule und Bildung der CDU-Kreistagsfraktion mit Vertretern des Staatlichen Schulamtes. Dabei konnte Arbeitskreisvorsitzende, Martina Hering, den Fraktionsvorsitzenden MdL, Dr. Norbert Herr, den stellvertretenden Amtsleiter des Staatlichen Schulamtes, Wolfgang Kremer, die Dezernenten Stephan Schmitt und Walburga Kurth-Gesing, Bernhard Farnung vom Studienseminar Fulda sowie Marion Frohnapfel vom Fachdienst Schulen des Landkreises begrüßen.

Ausgehend von der aktuellen Presseerklärung des Kultusministeriums zur Ausgestaltung der gymnasialen Schullaufbahn in acht oder neun Jahren gab Leitender Schulamtsdirektor Wolfgang Kremer Einzelheiten zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 bekannt. Vorbehaltlich der Entwicklung der gesetzlichen Grundlagen sind die Beschlüsse aller zu beteiligenden Gremien einer Schule notwendig. So besteht auch für die Gymnasien und die kooperativen Gesamtschulen im Kreis Fulda die Möglichkeit, bei G 8 zu bleiben, zu G9 zurückzukehren oder ein Wahlangebot zwischen G8 und G9 zu schaffen. Dieses Wahlangebot sieht dabei eine Stundentafel gemäß G8 in den Klassenstufen 5 und 6 vor. Anschließend besteht Wahlfreiheit zwischen drei oder vier Jahren bis zur Einführungsphase der Oberstufe.

Vor einer endgültigen Entscheidung im Schulamtsbezirk Fulda sei, so Kremer, neben der gesetzlichen Grundlage eine breite und sachliche Information aller Beteiligten, eine Abstimmung mit dem Schulträger und insgesamt ein koordiniertes und planvolles Vorgehen innerhalb der Region geboten. Die zahlreich anwesenden Kreistagsabgeordneten begrüßten die Möglichkeit, zu G 9 zurückkehren zu können, da dies dem Wunsch vieler Eltern entspreche.

Walburga Kurth-Gesing, die neue zuständige Dezernatsleiterin am Schulamt für den Bereich der Förderschulen, informierte zum Sachstand in Bezug auf die Umsetzung der inklusiven Beschulung an allgemeinen Schulen. Mit der Realisierung des Rechts behinderter Schülerinnen und Schüler auf Förderung im Unterricht an allgemeinen Schulen ist das bisherige Verfahren zur Überprüfung und Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs seit diesem Schuljahr entfallen. Somit können alle Schüler ausnahmslos an allgemeinen Schulen aufgenommen werden, an denen dann Förderungen im Rahmen der verfügbaren räumlichen, sächlichen und personellen Ressourcen erfolgen und ggf. weitere Entscheidungen getroffen werden.

Das Wahlrecht der Eltern findet dadurch stärkere Berücksichtigung, wobei eine enge Kooperation zwischen der Schule, dem zuständigen Beratungs- und Förderzentrum sowie der Förderschule geboten ist. Ein Förderausschuss, bestehend aus Schulleiter, Eltern, Lehrkraft der allgemeinen Schule sowie Lehrkraft der Förderschule ist Entscheidungsgremium. Der Arbeitskreis bemängelte dabei den großen Zeitkorridor, der gesetzlich vorgegeben ist, bevor ein Förderausschuss einberufen wird. Dies wirke sich negativ auf die Lernentwicklung sowohl der einzelnen Betroffenen, aber auch der gesamten Klasse aus.

Kritik gab es weiterhin an der noch immer unklaren Ausgestaltung des vom Landtag beschlossenen Landesschulamtes, das bereits am 1. Januar 2013 seine Arbeit aufnehmen wird. Es sei noch immer nicht abzusehen, welche Aufgaben das Schulamt Fulda sowie die 14 anderen Schulämter in Hessen als nach geordnete Dienstsitze dann regional übernehmen sollen. Die Fraktionsmitglieder zeigten sich darüber beunruhigt, dass noch nicht geklärt sei, ob das Fuldaer Amt auch weiterhin als eine Behörde mit eigenen Entscheidungsbefugnissen in den Bereichen Schulaufsicht und Personalmanagement seine sehr erfolgreiche Arbeit in der Bildungsregion Fulda fortsetzen könne.

Die sehr gute Ausstattung der Schulen im Landkreis und in der Stadt Fulda, die in enger Abstimmung mit den beiden Schulträgern erfolge, wirke sich auch unmittelbar auf die gute Qualität von Schule in der Region aus. Die Schulen im Schulamtsbezirk Fulda haben auch 2012 bei den Abschlussprüfungen im Bereich der Haupt- und Realschulen und im Bereich des Landesabiturs wieder Spitzenergebnisse erreicht.

Bezüglich der Stellensituation an den hiesigen Schulen erklärte Leitender Schulamtsdirektor Stephan Schmitt, dass die Lehrerversorgung insgesamt sehr zufrieden stellend sei. Lediglich an den Förderschulen sei noch Bedarf zu verzeichnen.

Im Anschluss an die insgesamt regen Aussprachen dankte Arbeitskreisvorsitzende Hering den Referenten für ihre Ausführungen und den übrigen Teilnehmern für die Anregungen und Beiträge.

 

 

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