Fulda (bpf). Am Sonntag, 2. Dezember, findet in der evangelischen Christuskirche in Fulda zum elften Mal ein ökumenischer Gottesdienst für alle statt, die um ein Kind trauern. Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr und steht unter dem Thema „Ich trage Dich in meinem Herzen“. Er muss in diesem Jahr ausnahmsweise schon am ersten Dezembersonntag stattfinden. Das Gedenken für verstorbene Kinder verbindet am zweiten Sonntag im Dezember weltweit Betroffene miteinander. Viele Menschen stellen an diesem Tag eine Kerze zur Erinnerung an ihr verstorbenes Kind ins Fenster. Daher heißt der von der „Trauerhilfe Fulda“, dem christlichen Netzwerk zur Trauerbegleitung, ausgerichtete Gottesdienst „Ein Licht für Dich“. Von Anfang an ökumenisch ausgerichtet, führt die Feier jedes Jahr über 200 Frauen, Männer und Kinder zusammen. Zelebranten des Gottesdienstes sind Generalvikar Dr. Gerhard Stanke und Pfarrerin Martina Walter. Viele Betroffene schätzen es, dass ein solcher Gottesdienst gerade in der Zeit vor Weihnachten stattfindet, denn „das nimmt viel Druck weg“, wie es ein Betroffener ausdrückt.
„Angesprochen fühlen sich nicht nur Eltern, Geschwister und Verwandte verstorbener Kinder, sondern auch Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern“, betont Veronika Wagner, die von Anfang an in dem Netzwerk engagiert ist. Viele Gottesdienstbesucher seien dankbar für das Angebot, das ganz persönliche Texte und musikalische Gestaltung beinhaltet und allen die Gelegenheit zu eigenen Fürbitten für ein verstorbenes Kind gibt. „Dieser Gottesdienst ist etwas ganz Besonderes, sehr emotional, sehr schön – auch wenn die Erinnerung einen viel Kraft kostet“, sagt Margit Weiser vom Verein „Trauernde Eltern Fulda“. Besonders ergreifend sei das Lichtermeer auf den Altarstufen, das durch die vielen Teelichter entsteht, die angezündet und nach vorne gebracht werden. Am Ausgang der Kirche bekommen die Gottesdienstbesucher ein kleines Erinnerungsstück.
Der Verein „Trauernde Eltern Fulda“ bereitet auch das anschließende Zusammensein bei Gespräch, Kaffee und Gebäck im Saal des Evangelischen Zentrums Haus Oranien mit vor. Es ist ein offenes Angebot, an dem jeder teilnehmen kann. „Oft ergeben sich nach dem Gottesdienst Trauergespräche, und viele im Netzwerk stehen dafür zur Verfügung, ebenso wie Generalvikar Stanke und Pfarrerin Walter. Man kann aber auch einfach nur so zum Beisammensein kommen“, hebt Margit Weiser hervor. Die Bäckerei Pappert aus Poppenhausen liefere kostenfrei Stollen und Gebäck, und auch sonst erfahre man vielfältige Hilfe, ergänzt Veronika Wagner.
Das Netzwerk „Trauerhilfe Fulda“ entstand im Jahr 2000 als eine Initiative evangelischer und katholischer Christen, die in der Trauerbegleitung engagiert sind. Die Idee zu dem Gottesdienst in Fulda kam von einer betroffenen Familie.