Wiesbaden/Madrid. Die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper, wird am heutigen Dienstag in Madrid die von der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit organisierte Jobbörse „Gesundheitswesen“ eröffnen, auf der Fachkräfte für die Altenpflege in Hessen angeworben werden sollen. Die Hessische Landesregierung initiiert dieses Modellprojekt gemeinsam mit der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. Landesgruppe Hessen (bpa) und der Liga der freien Wohlfahrtspflege. „Damit werden wichtige Weichen gestellt, um dem Fachkräftemangel im Pflegebereich entgegen zu wirken und zu einer Entlastung der Pflegenden sowohl im stationären als auch im häuslichen Bereich beizutragen“, hob Staatssekretärin Müller-Klepper hervor.
„Die Vermittlung ausländischer Fachkräfte stellt einen sinnvollen Beitrag zur Deckung des zukünftigen Fachkräftebedarfs dar“, betonte Peter Weißler, Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Hessen. „Bereits jetzt ist die Nachfrage im Bereich der Pflege groß und wird auch aufgrund des demografischen Wandels noch weiter ansteigen. Die Entwicklung einer Willkommenskultur, in der wie in diesem Pilotprojekt auch die sozialen Aspekte berücksichtigt werden, ist hier von zentraler Bedeutung.“
Als Pilotprojekt der am 5. November 2012 unterzeichneten Kooperationsvereinbarung zur Fachkräftesicherung mit der Autonomen Region Madrid werden zunächst 100 Arbeitsstellen im Bereich der ambulanten und stationären Altenpflege in den Regionen Marburg/Gießen und Umgebung, Offenbach und Umgebung sowie Wiesbaden und Umgebung für Fachkräfte aus der Autonomen Region Madrid bereit gestellt. Staatssekretärin Müller-Klepper betonte: „Die Hessische Landesregierung reagiert so auch auf die steigende Nachfrage nach Berufen im pflegerischen Bereich. Neben zahlreichen anderen Maßnahmen wird mit der Kooperationsvereinbarung ein weiteres Zeichen – auch für die Internationalisierung des hessischen Arbeitsmarktes – gesetzt.“
Nach Angaben der ZAV wurden in der Region Madrid 250 bis 300 Bewerberinnen und Bewerber zu der Jobbörse eingeladen. Aus Hessen nehmen etwa 30 Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen der Altenpflege teil. Über die Zusammenführung von Betrieben und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hinaus werden in dem Modellprojekt künftig Sprachkurse angeboten. Nach der Arbeitsaufnahme sollen weitere berufsbezogene Sprachqualifizierungen durchgeführt werden. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden außerdem bei der Integration in die neue Lebensumgebung begleitet und unterstützt.
„Wir sind überzeugt von diesem mutigen Anwerbeprojekt und haben uns gerne mit rund 20 Mitgliedseinrichtungen beteiligt“, betont Manfred Mauer, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle Hessen. „Auch wenn wir hier Neuland betreten, so hat das Projekt das Potential, einen wirksamen Beitrag zur Milderung des Fachkräftemangels in Hessen zu leisten.“
Die Liga der freien Wohlfahrtspflege sieht durch das Projekt einen Gewinn für beide Seiten. Durch die Anwerbung von Pflegekräften in Spanien könne ein weiterer Beitrag zur Reduzierung des Fachkräftemangels in den hessischen Pflegeeinrichtungen erzielt werden, arbeitslose spanische Pflegekräfte erhielten einen Arbeitsplatz und somit eine Grundlage, ihre Existenz in Zeiten der wirtschaftlichen Krise zu bestreiten.