Fulda (cp). „Ich habe den Beruf des Apotheker in verschiedenen europäischen Ländern untersucht und dabei hat Österreich am besten abgeschnitten“, erklärte Mandana Hoffmann, deren Vater selbst Apotheker ist. Die 15-Jährige ist eine von insgesamt 38 Schülerinnen und Schülern – drei von der Marienschule, 20 von der Rabanus-Maurus-Schule, acht von der Winfriedschule und sieben von der Richard-Müller-Schule – aus Fulda, die beim 59. Europäischen Schulwettbewerb als Sieger hervorgingen. Ihre Urkunden und Preise erhielten sie nun im feierlichen Rahmen im Marmorsaal des Stadtschlosses von Oberbürgermeister Gerhard Möller und dem Vorsitzenden der Europa-Union Kreisverband Fulda-Hünfeld, Stephan Büttner.
„Die Themen des Wettbewerbes sind das Spiegelbild der Geschichte des europäischen Einigungsprozesses“, führte der Fuldaer Verwaltungschef Möller an, der den Wettbewerb als „herausragende Möglichkeit, um jüngere Menschen, die das vereinte Europa als etwas Selbstverständliches wahrnehmen, an die EU heranzuführen“ bezeichnete. Drei Anerkennungspreise gingen an die Marienschule, sieben an die Winfriedschule, 14 an die Rabanus-Maurus-Schule und sieben an die Richard-Müller-Schule. Außerdem erhielten fünf Teilnehmer der Rabanus-Maurus-Schule einen Landespreis und ein Schüler der Winfriedschule einen Bundespreis.
Solidarität zwischen den Generationen
Der diesjährige Europäische Schulwettbewerb stand unter dem Motto „Europa: meine – deine – unsere Zukunft“, dabei durften die Teilnehmer je nach Altersstufe aus verschiedenen Themen wählen. Da die EU das Jahr 2012 zum Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen erklärt hatte, stellte der Wettbewerb in diesem Jahr den demographischen Wandel in den verschiedenen Modulen altersgerecht zur Diskussion. So beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel unter dem Oberbegriff „Familienmodelle – Modellfamilien“ mit Architekturvisionen, die das Miteinander mehrerer Generationen in einem Haus ermöglichen. Dabei würdigte Stephan Büttner besonders die umfangreiche Arbeit von Julia Alt und Natalie Gutberlet, die mit ihrem Mehrgenerationenhaus den Landespreis gewonnen haben.
„Es war uns wichtig, unterschiedliche Baustile miteinander zu verbinden und viele Projekte zu integrieren – wir wollten etwas ganz Großes machen“, berichteten die beiden Neuntklässlerinnen der Rabanus-Maurus-Schule begeistert. Unter dem Oberbegriff „Zukunft gemeinsam gestalten“ lautete eine weitere Aufgabe, dass die Teilnehmer für die Einbeziehung älterer Menschen in die gesellschaftlichen Entwicklung sowie für den Erfahrungsaustausch und den Wissenstransfer zwischen den Generationen werben sollten. Mit diesem Thema beschäftigte sich auch Christian Krenzer, der für seine Arbeit den Bundespreis erhielt. „Ich habe dargelegt, wie die Gesellschaft von der Einbindung der älteren Menschen profitieren kann, welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und wie wichtig es gerade in Krisenzeiten ist, das Arbeitspotential der Bevölkerung voll auszuschöpfen“, so der Oberstufenschüler der Winfriedschule.
Der Wettbewerb
Der Europäische Wettbewerb wurde erstmals 1953 in Nordrhein-Westfalen als Aufsatzwettbewerb ausgeschrieben, woraufhin im darauffolgenden Jahr alle anderen Bundesländer nachzogen. Somit ist der Europäische Wettbewerb der älteste Schülerwettbewerb Deutschlands. Durch ihn sollen sich Schülerinnen und Schüler aller Schularten und Jahrgangsstufen vertieft mit europäischen Themen und Fragestellungen auseinandersetzen. Ziel dabei ist, den Europagedanken zu stärken. Stephan Büttner warb bereits für den 60. Europäischen Wettbewerb 2013, der unter dem Motto “Wir sind Europa! Wir reden mit! – Europäisches Jahr der Bürgerinnen und Bürger“ steht und ermunterte die Schülerinnen und Schüler zur erneuten Teilnahme.