Fulda. Es ist schon gute Tradition, dass die Aktion „Leseland Hessen“ auch in der Konrad-Adenauer-Schule Station macht, um den Schülerinnen und Schülern der Petersberger Realschule einen nicht alltäglichen Zugang zur Literatur zu ermöglichen. In diesem Jahr las der britisch-stämmige Autor Pete Smith aus seinem neuesten Jugendroman „Arm sind die anderen“, der in der Frankfurter Heimat des 52-jährigen Schriftstellers und Journalisten spielt.
Dieses Buch gibt einen ungeschminkten Blick frei auf Szenen des täglichen familiären Elends, das sonst hinter den coolen Gesichtern der Kids verborgen bleibt. Die Wohnung, in der der sechzehnjährige Sly mit seinen drei Geschwistern, seiner allein erziehenden, depressiven Mutter und dem dementen Opa wohnt, liegt in einem Frankfurter Wohnblock.
“Ich kann einfach nicht mehr” steht eines Tages auf dem Spiegel im Badezimmer, doch die Urheberin dieses mit Lippenstift geschriebenen Abschiedsspruchs kann nicht gefragt werden, was sie damit meint, weil sie fort gegangen ist. Sly ist es dennoch gleich klar. So machen sich Sly und seine Geschwister mit dem Opa im Schlepptau in einem verschneiten Frankfurt am Main auf die Suche nach der vermissten Mutter, die offenbar in ihren dunklen Tagen in ein noch dunkleres Loch gefallen zu sein scheint.

Ebenso wie die Auszüge aus dem Buch die Neuntklässler der KAS in ihren Bann gezogen hatten, so waren es die Ausführungen des Schriftstellers, die das Interesse der Schüler weckten. So konnten sie aus erster Hand erfahren, was alles zu tun ist, um einen Roman von der ersten Idee bis hin zum Verkauf in den Büchereien zu bringen.
Deutsch-Fachleiter Mario Happ dankte dem Romanautor, der in diesem Jahr mit dem renommierten Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet wurde, für dessen eindruckvolle Ausführungen. Weiterhin dankte er Jutta Sporer, der ehemaligen Konrektorin seiner Schule, die als Koordinatorin der Veranstaltungsreihe dafür Sorge getragen hatte, dass die KAS wieder mit von der Partie war. (Text und Fotos: Ralf Kleemann)