Fulda. Für die Arbeitgeber in der Region wird es immer schwieriger, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen. Vom ersten Oktober des Vorjahres bis zum März 2012 ist die Zahl der bei der Arbeitsagentur Fulda gemeldeten Ausbildungsstellen auf 1.712 gestiegen (+4,7 Prozent). Zugleich nahm die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um 56 (-4,1 Prozent) auf 1.302 ab. Zur Halbzeitbilanz auf dem Ausbildungsmarkt waren 158 Lehrstellen mehr unbesetzt als im März des Vorjahres. Auf einen Bewerber kommen derzeit rein rechnerisch 1,3 Berufsausbildungsstellen.
„Wir haben den Eindruck, dass viele Jugendliche sich angesichts der Fülle beruflicher Möglichkeiten mit der Entscheidung für eine Lehrstelle länger Zeit lassen als in früheren Jahren“, sagte Waldemar Dombrowski, Leiter der Arbeitsagentur Fulda.
Der leichte Bewerberrückgang (-4,1 Prozent) ist ausschließlich auf den Abbau bei den Altbewerbern zurückzuführen, die sich bereits im Vorjahr, bzw. in den Jahren davor um einen Ausbildungsplatz beworben hatten. Dies spricht für einen besseren Markt und belegt zugleich die erfolgreiche berufliche Integration der Jugendlichen durch die Arbeitsagentur und ihre Partner.
Insgesamt hat sich der Ausbildungsstellenmarkt in den letzten Jahren grundlegend verändert. In 2005 beispielsweise bewarben sich 486 junge Erwachsene auf 226 Stellen Waren- und Dienstkaufleute und 271 Bewerber auf 141 Stellen in Metallberufen. Aktuell ist das Verhältnis von Stellen und Bewerbern umgekehrt. So haben sich 319 Schulabgänger/innen auf 346 Ausbildungsstellen als Kaufleute beworben, 138 Bewerber/innen kommen auf 195 Stellen im Metallbereich.
Besonders viele freie Lehrstellen gibt es derzeit unter anderem im Handel (86), im Hochbau (54), in der Gastronomie (53), in der Lebensmittel- und Genussmittelherstellung (52), im Lebensmittelverkauf (50) sowie in der Speisenzubereitung (44). Auch Jugendliche, die auf der Suche nach ausgefallenen Berufen sind, haben derzeit eine breite Auswahl. Unter anderem wird ein/e Holzblasinstrumentenmacher/in gesucht, ein/e Pferdewirt/in sowie ein/e Schornsteinfeger/in.
Erklärtes Ziel der Partner der Ausbildungsmarktkonferenz – Arbeitsagentur, Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft, Arbeitgeberverband, DGB und Schulamt – ist es, dass bis zum Ausbildungsbeginn im Sommer möglichst jede Ausbildungsstelle besetzt wird und zugleich jeder Jugendliche einen Ausbildungsplatz erhält. Neben weiteren Aktivitäten soll  am 24. Mai eine Lehrstellenbörse in der Arbeitsagentur Fulda stattfinden.
Bei der Agentur für Arbeit Fulda gibt es derzeit noch viele attraktive Ausbildungsstellen für den Ausbildungsbeginn August/September 2012. Wer noch nicht bei der Arbeitsagentur als Bewerber/in gemeldet ist, der sollte sich schnell unter der Telefonnummer 01801/555 111* einen Termin bei der Berufsberatung sichern. Derzeit sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz so gut wie nie!