Hünfeld-Mackenzell. Die in den Jahren 2005 bis 2007 rekonstruierte Hofanlage „Keltenhof Mackenzell“ ist erstmalig authentische Kulisse für zwei Fachvorträge zur Archäologie der Region: Am Dienstag, 24. April, um 19.00 Uhr referiert Christian Aschenbrenner über die Vor- und Frühgeschichte des Hünfelder Landes und am Mittwoch, 2. Mai, ebenfalls um 19.00 Uhr Dr. Frank Verse über die Kelten in Osthessen.
Der erste Vortrag über archäologische Forschungsergebnisse im Hünfelder Land spannt den Bogen von ersten Grabungen im späten 19. Jahrhundert beim Stallberg, über die Grabungen von Molzbach und Sandstrauch in den dreißiger Jahren („Mädchengrab“) sowie Rothenkirchen in den Jahren 1984/85, bis zur Grabung in Mackenzell 2000/2001. Beleuchtet werden auch Ergebnisse systematischer und vom Landesamt für Archäologische Denkmalpflege genehmigter Feldbegehungen unter anderem von Heinrich Leister aus Burghaun-Rothenkirchen (1927-1995) beispielsweise in der Region Großenbach-Haselstein-Rasdorf. Dabei stehen Funde ältester Werkzeuge der Menschheit, sogenannte Geröllgeräte („Pepple-tools“) des Frühmenschen Homo erectus, vor über 800 000 Jahren im Vordergrund.
Der Stadt- und Kreisarchäologe Dr. Frank Verse referiert über die wenigen keltenzeitlichen Funde (Latène-Zeit: 450 v. Chr. bis zum Jahre 0), die bisher im Landkreis Fulda gefunden wurden. Hier stehen unter anderem eine Goldmünze (Regenbogenschüssel) aus Rasdorf, Fragmente keltischer kobaltblauer Glasarmreife aus Fulda, der Milseburg und der Region Burghaun sowie „das Schwert vom Habelberg“ bei Tann im Mittelpunkt.
Die zwei Vorträge im redgedeckten Pfostenständerfachwerkbau des Keltenhofs werden vom Konrad-Zuse-Museum in Hünfeld in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule des Landkreises Fulda veranstaltet. Von Nüst kommend, ist die Zufahrt zum Keltenhof ausgeschildert. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Interessenten können sich bei der vhs-Geschäftsstelle, 36043 Fulda, Gallasiniring 30, Telefon 0661/25199-0), anmelden.