Fulda (bpf). „Zeugnis zu geben für das Geschenk der Eucharistie mit Worten und besonders Taten ist die Sendung des Christen und der Kirche“, betonte der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen beim feierlichen Abendmahlsamt am Gründonnerstag im Dom zu Fulda. „Das entscheidende Medium der Ausstrahlung Gottes sind wir selbst, Christinnen und Christen, die ihren Glauben glaubwürdig leben und so dem Evangelium ein persönliches Gesicht geben.“
Mit der Messfeier vom „Letzten Abendmahl“ würden die drei österlichen Tage, das „Triduum paschale“, eröffnet, rief der Bischof in Erinnerung. „Zum Gedächtnis dieses letzten Abendmahls Jesu sind wir zusammengekommen, um in Erinnerung an das jüdische Pascha-Mahl das neue Pascha zu feiern, das Jesus beim ‚Letzten Abendmahl’ eingesetzt hat.“ Die Kirche habe sich von Anfang an als eine solche verstanden, die das „Gastmahl seiner Liebe“ feiert. Dabei sei die Eucharistie nicht einfach ein Sakrament neben den anderen, „sondern Quelle, Mitte und Höhepunkt des Lebens der Kirche“, führte Algermissen aus. Die Kirche entstehe gar aus der Eucharistie, wie vor allem Paulus eindringlich betone. Für diesen lasse die Teilhabe an dem einen Kelch und dem einen Brot die Eucharistiefeiernden auch teilhaben an Tod und Auferstehung Jesu Christi und verbinde sie untereinander zum einen Leib des Herrn, der die Kirche sei.
Die Eucharistie sei schon für die Kirchenväter das Sakrament der Einheit der Kirche gewesen, wie der Bischof erläuterte. Vor allem Augustinus habe sie als Sakrament der Einheit und als „Band der Liebe“ bezeichnet. Die Einheit stiftende Kraft komme vor allem dadurch zum Ausdruck, dass in jedem Hochgebet der jeweilige Ortsbischof und der Papst als Bischof von Rom erwähnt würden. „Das Band, das zusammenhält, wird an diesem Abend in besonderer Weise durch das Evangelium gedeutet. Es ist kein Zufall, dass wir im Johannes-Evangelium den Einsetzungsbericht der Eucharistie nicht finden, wohl aber den der Fußwaschung.“ Denn dieses Zeichen erschließe die eigentliche Tiefe der Eucharistie: Indem er „sich herabbeugt, um die Füße seiner Jünger zu waschen, erklärt Jesus in unmissverständlicher Weise den Sinn der Eucharistie“ (Johannes Paul II., Mane Nobiscum Domine).
Die Fußwaschung bringe zum Ausdruck, was Eucharistie in ihrem tiefsten Kern heiße: dass Christus sich nicht bedienen lassen, dass er vielmehr selbst zum Diener aller werden wolle, so Bischof Algermissen. Umgekehrt interpretiere die Eucharistie die Fußwaschung dahin gehend, dass Jesus Christus zum Einsatz für die Menschen im alltäglichen Leben herausfordere. „Denn glaubwürdig kann man das eucharistische Brot nicht teilen, wenn man nicht bereit ist, auch das alltägliche Brot miteinander zu teilen.“ Sowohl das Letzte Abendmahl Jesu als auch sein Zeichen der Fußwaschung stünden unter dem Vorzeichen der „heilsamen Erinnerung“.