Lauterbach. Wie gehen wir mit dem demografischen Wandel um? Bedeutet Denkmalschutz immer nur Belastung, Zumutung, Einschränkung? Wie verändern Solaranlagen und Wärmedämmungsmaßnahmen die Optik von denkmalgeschützten Anlagen? Wie wird aus einem Kulturdenkmal eine attraktive Immobilie? Diese Fragen werden den Denkmalbeirat des Vogelsbergkreises in Zukunft beschäftigen. Um ihn dafür fit zu machen, hat der Kreistag den Beirat für seine X.Wahlperiode neu berufen.
In der konstituierenden Sitzung am 13.02 im Sitzungssaal der Kreisverwaltung erläuterte Dipl. Ing.Bernhard Hofmann, Leiter der Bauaufsicht und der Unteren Denkmalschutzbehörde die aktualisierte Geschäftsordung. Akzente gesetzt wurden mit der Neuberufung von Steinmetz Kurt Schmidt ,Alsfeld und  Karl-Heinz Sachs, Lauterbach (Haus und Grund e.V.) sowie Elke Schmidt, Schotten. Die Kreistagsfraktionen entsandten in den Beirat: Annerose Seipp, Homberg (CDU), Susanne Schaab, Schotten, (SPD), Mario Döweling, Kirtorf (FDP), Rüdiger Schwalm, Grebenau (FW), Sonja Schittenhelm, Schlitz (Bündnis 90/ Die Grünen)uUnd Dietmar Schnell, Wartenberg (Die Linke).
In der anstehenden Wahl wählte der Beirat Erika Müller, Homberg zur 1. Vorsitzenden. Sie gehört dem Gremium seit dem J. 1998 an und startet in ihre 2 Amtsperiode. Zum 1. Stellvertreter wurde Dipl. Ing. Horst Reuter, Lauterbach gewählt, zum 2. Stellvertreter Dipl. Ing. Eckhard Oestreich, Lauterbach. “Unsere Mitglieder sind excellente Kenner der Vogelsberger Kulturdenkmäler. Sie werden ihren Auftrag, die Untere Denkmalschutzbehörde zu beraten und zu unterstützen, engagiert anpacken“, betonte die 1. Vorsitzende.
Aus Homberg war Bürgermeister Prof. Dören erschienen, um dem Beirat das Homberger Schloß auf dem Hohen Berg vorzustellen. Die beiden Hauptgebäude sind seit 5 Jahren unbewohnt. In der Bildpräsentation konnte sich der Beirat von der intakten und robusten Bausubstanz aber auch von den Alterserscheinungen der Innenausstattung überzeugen, daneben die ehemalige Kapelle und Gartenland. Prof.Dören skizzierte die Eigentumsverhältnisse, die finanziellen Möglichkeiten und schließlich die Frage der Nutzung.Viele Homberger, besonders aus den Dörfern, beteiligen sich mit Ideen. Ein Schloß, das so identitätsstiftend wirke, könnte nach und nach von der Bevölkerung in Besitz genommen werden, war Prof. Dörens Ausführungen zu entnehmen.
Bernhard Hofmann überreichte den Mitgliedern Arbeitsmaterialien. Er berichtete aus der Arbeit der Unteren Denkmalschutzbehörde, über Abrisse, denkmalverträgliche Solaranlagen und Rettungsmaßnahmen, die aus ruinösen Häusern schmucke, einladende Fachwerkhäuser entstehen ließen, deren Äußeres Lust auf Wohnen machten.