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Konjunkturbericht der IHK Fulda – Erfolgreiches Jahr 2011, skeptischer Blick in die Zukunft

Fulda. Die konjunkturelle Abkühlung schlägt sich auch in der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Fulda nieder. Die derzeitige Geschäftslage wird von über 61 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen aus dem IHK-Bezirk als gut bewertet, von einer befriedigenden Situation spricht zirka ein Drittel der Betriebe. Damit liegt diese Einschätzung in etwa auf dem Niveau des vergangenen Jahres.

Skeptischer hingegen fällt der Blick in die Zukunft aus. Zwar gehen hier immer noch 18 Prozent der befragten Betriebe von einer günstigeren Entwicklung als in den vergangenen Monaten aus, aber über 20 Prozent erwarten eine Abschwächung. In der vergleichbaren Umfrage vor einem Jahr lag die Zahl der Optimisten noch deutlich über 40 Prozent. Als Ergebnis der Einschätzungen von derzeitiger wie zukünftiger Geschäftslage hat sich der Konjunkturklimaindex auf 123,3 Punkte reduziert (Herbstumfrage 2011: 131,6).

„Die Unsicherheiten hinsichtlich der Eurostabilisierung machen sich auch in unserer Region bemerkbar, von einer Rezession kann aber bei diesem Niveau nicht die Rede sein“, kommentierte Stefan Schunck, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda, das Umfrageergebnis. In der differenzierten Betrachtung einzelner Wirtschaftszweige wird deutlich, dass eine konjunkturelle Eintrübung flächendeckend gesehen wird, die Ausprägungen aber durchaus unterschiedlich sind.

Bei den Industriebetrieben sprechen über 70 Prozent von einer guten derzeitigen Geschäftslage, das sind deutlich mehr als in den vergangenen Umfragen. Hier machen sich das gute Investitionsumfeld und die Konjunktur des vergangenen Jahres bemerkbar. Zurückhaltender hingegen sind die Erwartungen der Industriebetriebe: Etwas mehr als 22 Prozent der Firmen gehen von einer ungünstigeren Entwicklung und über 60 Prozent von einer gleichbleibenden Geschäftslage aus.

Etwas vorsichtiger in der Beurteilung sind die Unternehmen aus dem Handel. Hier registrieren etwas mehr als 42 Prozent eine gute aktuelle Geschäftslage, während im September noch 60 Prozent dieser Betriebe von einer guten Situation gesprochen haben. Als schlecht bezeichnen rund 11 Prozent ihre derzeitige Wirtschaftslage. Eingetrübt sind auch die Perspektiven. Hier gehen knapp 20 Prozent der Handelsfirmen von einer weiter ungünstigen Situation aus, eine Stabilisierung erwarten rund 60 Prozent, und ebenfalls knapp 20 Prozent sehen eine Verbesserung ihrer Position. Innerhalb dieses Sektors ist besonders der Einzelhandel skeptisch, dessen Erwartungen sich mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft wohl nicht in vollem Umfang erfüllt haben.

Bei den Dienstleistungsunternehmen herrscht derzeit Zufriedenheit: 70 Prozent sehen eine gute Geschäftslage, 30 Prozent haben ein befriedigendes Niveau erreicht. Rund 18 Prozent der Dienstleister befürchten eine eher ungünstigere Entwicklung für die kommenden Monate.

Befragt nach den Risiken für die zukünftige Entwicklung befürchten über 60 Prozent aller befragten Unternehmen steigende Energie- und Rohstoffpreise. Von einer nachlassenden Inlandsnachfrage gehen 50 Prozent der Betriebe aus, und den drohenden Fachkräftemangel sehen 40 Prozent der Unternehmen als Wachstumshemmnis an. Auf den drohenden Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten wollen über 60 Prozent der Unternehmen mit Kosteneinsparungen auf der Beschaffungsseite reagieren. Über 40 Prozent der Betriebe wollen versuchen, die steigenden Energiekosten an ihre Kunden weiterzugeben, und über ein Drittel wird mit Investitionen eine Erhöhung der Energieeffizienz anstreben.

Die konjunkturelle Abkühlung macht sich auch in der Investitionsbereitschaft der Unternehmen bemerkbar. In der Herbstumfrage 2011 sind 36 Prozent der Unternehmen von zunehmenden Investitionen ausgegangen; im Januar dieses Jahres plant rund ein Viertel der befragten Unternehmen steigende Investitionen. Einen Einbruch aber wird es auch hier nicht geben, denn über die Hälfte der Betriebe planen gleich bleibende Investitionen.

Ähnliches gilt auch für die Beschäftigungssituation. Bei rund drei Viertel aller Betriebe wird die Beschäftigung in etwa gleich bleiben, bei über 16 Prozent sogar noch ansteigen. Lediglich 8 Prozent der Firmen planen einen Rückgang der Mitarbeiterzahlen.

„Das Jahr 2011 war auch für die Unternehmen unserer Region ausgesprochen erfolgreich. Die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Wochen und Monaten wird sicherlich schwieriger werden. Von einem Einbruch ist jedoch nicht die Rede, zumal die Abkühlung aus heutiger Sicht kaum Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben dürfte“, fasste Stefan Schunck die Ergebnisse für den IHK-Bezirk Fulda zusammen.

 

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