Flieden. Derzeit findet in Deutschland der Aufbau des bundesweiten Digitalfunknetzes für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) statt. Damit wird ein neues gemeinsames Kommunikationsnetz für alle Blaulicht-Organisationen – die Polizei, die Feuerwehr, den Rettungsdienst, den Zoll, das Technische Hilfswerk und die sonstigen Hilfsorganisationen einschließlich Katastrophenschutz – aufgebaut. In Wiesbaden konnte der Bürgermeister-Kandidat für Flieden Markus Hofmann im hessischen Landtag mit dem feuerwehrpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion Dieter Franz sprechen.
Während der Veranstaltung „Digitalfunk-Fluch oder Segen“ wurden die Aspekte Kosten, Sicherheit und gesundheitliche Auswirkung des Funk-Systems erörtert. Auch mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Hessen Ralf Ackermann konnte sich Hofmann über das Für und Wider des neuen digitalen Standards austauschen.
Seit geraumer Zeit diskutieren die Kommunen und hauptsächlich die Rettungsdienste über die Bedingungen der Einführung des Digitalfunks in Hessen. Dabei gibt es bei der Umsetzung und der Finanzierung immer wieder Verzögerungen und Probleme. In Bayern haben sich landesweit über 130 Kommunen gegen die Einführung des digitalen Behördenfunks ausgesprochen. Zu Recht, findet Hofmann. Die Kosten der Erstanschaffung seien noch nicht bekannt aber Folgekosten schon jetzt absehbar.
„Die Funktauglichkeit gerade bei sogenannten Großlagen ist nicht ausreichend erwiesen und es gibt auch noch Probleme bei der Alarmierung“, so Hofmann. Auch die Dauer der Migrationsphase, also wie lange die analoge Technik mit der digitalen parallel laufen soll, stehe noch nicht fest. Der Bürgermeister-Kandidat fordert für die Einsatzkräfte endlich funktionierende Systeme, die technische Ausstattung sei zum Teil noch aus den Siebzigern und bedürfe dringend der Aktualisierung.
“Die Einführung der Digitalfunktechnik betrifft in Hessen direkt rund 80.000 Menschen der polizeilichen und nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr. Alle Einsatzkräfte verdienen ein Arbeitsmittel, das Funktionalität und Sicherheit garantiert und ihrer Gesundheit nicht schadet“, fordert Hofmann vehement.