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Vogelsbergkreis im Audit – Ziel: RAL-Gütesiegel

Vogelsbergkreis. Planungssicherheit, Transparenz, Kundenorientierung: Die Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises will als erster Landkreis in Hessen mit “TÜV-geprüfter” Servicequalität gegenüber der mittelständischen Wirtschaft im Standortwettbewerb punkten. Dies teilte Landrat Rudolf Marx in einer Beratung mit regionalen Unternehmern im Lauterbacher Kreishaus mit. Das Audit (RAL-Gütesiegel) steht unter der Überschrift “Mittelstandsorientierte Kreisverwaltung”.  “Die Wirtschaftsfreundlichkeit der Kreisverwaltung ist ein Standortfaktor für die heimischen Unternehmen – und für die Region selbst.” Dies hob der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg, Norbert Jäger, in der Informationsveranstaltung hervor.

Der IHK-Regionalausschuss Vogelsberg und Landrat Marx hatten gemeinsam Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region zum Gedankenaustausch eingeladen. Marx und sein designierter Nachfolger, Erster Kreisbeigeordneter Manfred Görig, lobten das bereits jetzt bestehende gute Miteinander zwischen Verwaltung und Wirtschaft. Die Zertifizierung wolle die Schnelligkeit und die Kooperationsqualität “messbar machen”, so IHK-Vizepräsident Jäger.

Für Manfred Görig ist der “Mittelstand der Motor der Entwicklung”. Der Kreis habe die Pflicht, Serviceversprechen einzuhalten. Dabei gehe es um die Aspekte Schnelligkeit und Verlässlichkeit bei Genehmigungen und im allgemeinen Dialog, um gute fachliche Beratung, aber auch um das manchmal nötige Klären von abweichenden Behördenhaltungen untereinander. Es müsse klare Ansprechpartner geben, machte Görig deutlich. Landrat Marx hob hervor, man dürfe nur Versprechungen machen, die man auch einhalten könne. Die natürliche Grenze sei immer Recht und Gesetz.

Auf der Grundlage der bereits bestehenden und erfüllten “Gütekriterien”, strebt der Vogelsbergkreis die Zertifizierung als “Mittelstandsorientierte Kreisverwaltung” an. Landrat Marx, Erster Kreisbeigeordneter Görig, IHK-Vizepräsident Jäger, IHK-Geschäftsführer Dr. Frank Wendzinski und der Projektleiter in der Kreisverwaltung, Richard Schaap, sind sehr optimistisch das TÜV-Siegel in wenigen Wochen erhalten zu können. Damit wäre der Vogelsbergkreis der erste Landkreis in Hessen, der dieses Audit aufweisen kann. Bereits jetzt gibt es unter www.vogelsbergkreis.de <http://www.vogelsbergkreis.de/>  (Was finde ich wo) einen Verwaltungswegweiser für den Mittelstand, der beispielsweise auf die Themen Wirtschaftsförderung, Standortinformationen, Baugenehmigungen, Verkehrsfragen sowie auf eine Beschwerdestelle, die im Hauptamt angesiedelt ist, hinweist.

In der Diskussion mit den Unternehmerinnen und Unternehmern stand erneut die Verbesserung der Breitbandversorgung oben auf der Tagesordnung. “50 Megabit muss ganz klar unser Ziel sein”, betonte Manfred Görig. Geringere Bandbreiten seien gerade für die Unternehmen nicht diskutabel. Und es gehe “um jedes Dorf”, nicht nur um einige besser versorgte Orte. “Wir müssen selbst ein Vogelsberger DSL-Modell in Kraft setzen – für alle Orte”, so Görig – auch mit Hilfe des Energieversorgers OVAG, der ja auch dem Vogelsbergkreis gehöre.

Wenn eine Kommunal- oder Kreisverwaltung das RAL-Gütesiegel haben will, müssen unter anderem folgende Kriterien erfüllt sein: nicht mehr als 40 Arbeitstage für eine Baugenehmigung, nicht mehr als 15 Arbeitstage bis zur Bezahlung von Rechnungen, nicht mehr als drei Tage für eine Reaktion auf Beschwerden und Antwort auf eine E-Mail innerhalb eines Arbeitstages. Der jüngste durchgeführte Dialog im Kreishaus soll alle zwei Jahre durchgeführt werden. Erster Kreisbeigeordneter Görig hat bereits angekündigt, dass er dieses Unternehmergespräch mindestens einmal pro Jahr haben möchte.

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