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Vogelsberger Veterinäramt informiert zum Schmallenberg-Virus

Vogelsbergkreis. Die Infektion mit dem „Schmallenberg-Virus“ (SBV) ist nun auch im Vogelsbergkreis angekommen. Bei einem missgebildeten Lamm aus dem Vogelsbergkreis konnte inzwischen das „Schmallenberg-Virus“ nachgewiesen werden. 6 weitere Verdachtsfälle bei Schafen, die sich immer durch die Geburt missgebildeter toter bzw. nicht lebensfähiger Lämmer zeigten, werden zurzeit im Labor abgeklärt. Dies teilt das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Lauterbach mit.

Die Missbildungen sind fast immer auf die Gliedmaßen, auf die Wirbelsäule und auf den Kopf bezogen. Häufig sieht man verkürzte Unterkiefer, verkrümmte Wirbelsäulen und versteifte Gliedmaßen. Auch Missbildungen des Gehirns sind oft bei der Obduktion der tot geborenen Lämmer zu finden. Wichtig ist, dass das Auftreten der missgebildeten Lämmer beim zuständigen Veterinäramt gemeldet wird. Nur so ist es möglich, durch einzuleitende Untersuchungen das „Schmallenberg-Virus“ als Ursache für die Missbildungen nachzuweisen, das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens zu erfassen und weitere Erkenntnisse über die Krankheit und deren Ausbreitung zu erhalten.

Da nicht nur Schafe und Ziegen sondern auch Rinder gefährdet sind, sollte beim Rind auch auf Schwergeburten geachtet werden. Möglicherweise können betroffene Kälber nur durch Kaiserschnitt oder andere operative Maßnahmen entbunden werden. In solchen Fällen kann es hilfreich sein, wenn der hinzugezogene Tierarzt von dem Kalb eine Blutprobe gewinnt und diese zum Nachweis des „Schmallenberg-Virus“ zur Untersuchung über das Veterinäramt einsendet.

Nach Informationen des Friedrich-Löffler-Instituts wurden in Deutschland bisher bei Tieren aus 280 Betrieben das „Schmallenberg-Virus“ festgestellt. Betroffen sind 7 Rinder-, 263 Schaf- und 10 Ziegenhaltungen. Die Fälle traten in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (5 Rinder-, 151 Schaf-, 5 Ziegenhaltungen), Niedersachsen (1 Rinder-, 40 Schaf-, 2 Ziegenhaltungen), Hessen (23 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung), Schleswig-Holstein (23 Schafhaltungen), Rheinland-Pfalz (1 Bison, 6 Schafhaltungen, 1 Ziegenhaltung), Baden-Württemberg (1 Ziege), Brandenburg (5 Schafhaltungen), Thüringen (8 Schafhaltungen), Sachsen-Anhalt (2 Schafhaltungen), Hamburg (2 Schafhaltungen) und Bayern (3 Schafhaltungen) auf. www.fli.bund.de (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit).

Das „Schmallenberg-Virus“ wurde in Deutschland erstmals im Herbst 2011 nachgewiesen und ist nach dem Ort des ersten Erkrankungsnachweises im Sauerland benannt. Bislang sind ausschließlich Wiederkäuer betroffen. Übertragen wird das Virus nach heutigem Stand von Insekten, nicht von Tier zu Tier. Für den Menschen besteht durch das „Schmallenberg-Virus“ nach bisheriger Kenntnislage kein Gesundheitsrisiko. Kontakt zum Veterinäramt in Lauterbach: Telefon 06641/91168-0.

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