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FULDA-MOSOCHO-PROJEKT wird auf die Nachbarregionen MARANI und KISII-SOUTH ausgedehnt

Fulda. Weltweit ertönen anlässlich des Zero-Tolerance-Day nun zum 10. Mal Aufrufe und Forderungen, der grausamen Sitte der weiblichen Genitalverstümmelung ein Ende zu setzen.  – Während auch im letzten Jahr weltweit rund 3 Mill. Mädchen jeden Alters grausam an ihren Genitalien verstümmelt wurden, weitet das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT seine Arbeit, betroffene Ethnien bei der Bekämpfung der grausamen Praktik auf deren Wunsch hin professionell zu unterstützen, weiter aus.

Seit Jahren hatten die nördlich und südlich an Mosocho angrenzenden Regionen das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT darum ersucht, den Wert-Zentrierten Ansatz auch in ihre Regionen zu bringen, damit ein flächendeckender kultureller Wandel auch dort in Gang gebracht werden kann. Der in Fulda von Prof. Dr. Muthgard Hinkelmann-Toewe entwickelte Ansatz ist, so die UNICEF-Studie 2010 – der Schlüssel für die Erfolge im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung in Kenia.

Seit 2002 hatte das FULDA-MOSOCHO-PROJEKT in der Mosocho-Region (Kenia) durch Entsendung von Anti-FGM-Fachkräften, die im Wert-Zentrierten Ansatz ausgebildet worden sind, einen beispielhaften kulturellen Wandel in Gang gesetzt. In wenigen Jahren konnten mehr als 16.500 Mädchen der Kisii-Ethnie, deren Beschneidungsrate vor Projektbeginn 98 % betrug, nachhaltig vor der Praktik bewahrt werden. Die FZ berichtete darüber. Der Einsatz von Fachkräften dieser Art stellt bislang ein Novum im weltweiten Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung dar.

Die beiden in der Arbeit des FULDA-MOSOCHO-PROJEKTES nun neu hinzugekommenen Distrikte Marani und Kisii-South umfassen ca. 219-Tausend EinwohnerInnen – akut bedroht sind an die 20.000 Mädchen.

Die neue Maßnahme, die von der Fuldaer Trägerorganisation LebKom e.V. in Kooperation mit dem CENTER for PROFS, der lokalen Projektpartnerin Mosocho Enka Enyia, gemeinsam mit der dort ansässigen Bevölkerung von Juli bis Dezember 2011 durchgeführt wurde, trägt den Titel: „Sensibilisierungskampagne für Führungskräfte der Kisii Ethnie in Kenia in zwei Distrikten zur Enttabuisierung des Themas Weibliche Genitalverstümmelung“

Gefördert wurde sie aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), wobei der Einsatz der Anti-FGM-Fachkräfte allein durch die bei der Trägerorganisation LebKom e.V., Fulda, eingehenden Spenden möglich wird. Denn für die Entsendung dieser Fachkräfte, die gemeinsam mit den Ethnien im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung tätig werden, existiert in der Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung bislang kein Förderschlüssel.

Aufgrund des zeitintensiven formalen Bewilligungsverfahrens verblieben für die Umsetzung der Maßnahme noch 5 Monate – statt, wie ursprünglich vorgesehen, 10 Monate. Trotz der verkürzten Umsetzungsphase wurde das Ziel der Maßnahme voll erreicht.

Einflussreiche lokale Führungspersönlichkeiten beider Regionen, Bürgermeister, Oberbürgermeister, Schulleiter/-innen und Vorstände von relevanten Organisationen, alles Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, haben an den Workshops, die vor Ort im Rahmen der Maßnahme von einer Fuldaer Fachkraft durchgeführt wurden, engagiert teilgenommen und sind von dem Gelernten bewegt und beeindruckt.

Der erste Schritt zur Rettung der Mädchen aus diesen Regionen ist geleistet. Weitere Schritte müssen folgen. Die Führungskräfte sind motiviert und haben entschieden, den Kampf zu wollen und zudem, sich persönlich in diesem zu engagieren. Mitte Dezember 2011 haben sie Demonstrationsmärsche mit riesigen Plakaten, wie: „To abandon FGM for better living conditions and health in our families“ initiiert, als Auftakt von zwei Groß-Veranstaltungen, den First Local Opinion Leaders Meetings, bei denen zudem rund 100 Aktivisten aus Mosocho zugegen waren und die die offizielle Abrundung der Sensibilisierungs-Kampagne.bildeten.

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