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Seminar „Interkulturelle Kompetenz“ für Auszubildende der Stadt Fulda

Fulda. In der Stadt Fulda leben 126 verschiedene Nationalitäten, wobei die Türken mit ca. 33 Prozent die größte Gruppe darstellen. Daher haben die Mitarbeiter/Innen der Stadtverwaltung in vielen Ämtern Kontakt mit Menschen mit Migrationshintergrund. Damit auch diese sicher im Umgang und bei der Kommunikation mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kulturen sind, führt Dozentin Martina Möller-Öncü im Auftrag der Verwaltung in regelmäßigen Abständen ein Seminar zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ im Kloster Frauenberg durch.

„Es ist uns wichtig, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger gerne ohne Scheu an unsere Verwaltung wenden, dort die Hilfe erhalten, die sie benötigen und unsere Mitarbeiter für diese interkulturelle Kommunikation entsprechend geschult sind“, betont Oberbürgermeister Gerhard Möller, der es sehr befürwortet, dass sich das Angebot dieses Mal an die städtischen Auszubildenden richtete. „Mich interessiert besonders, wie man mit Menschen aus anderen Kulturen umgeht, ohne dass es zu Missverständnissen kommt“, erklärte der Auszubildende Tobias Müller. Das Tagesseminar zeigte wissenschaftliche Hintergründe, ergänzt durch erlebnisorientierte Übungen und durch Erfahrungen aus der Praxis.

Identität und Kulturstandards

Die Dozentin, die als Deutsche selbst viele Jahre in der Türkei gelebt hat, vermittelte während des interkulturellen Trainings unter anderem Grundinformationen über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen verschiedener Kulturen und auch eine vertiefte Wahrnehmung für die eigene Kultur der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Denn erst durch das Verständnis für die eigene Kultur könne man laut Möller-Öncü auch angemessene Verhaltensweisen entwickeln, die andere Kulturen erfordern. Durch interaktive Gruppenübungen führte sie die Auszubildenden unter anderem an die Begriffe „Identität“ und „Nationalität“ heran und klärte sie über Kulturstandards auf.

„Jedes Land weist andere Kulturstandards auf, so ist zum Beispiel im Gegensatz zu Deutschland in der Türkei ein enger Zusammenhang zwischen Privat- und Arbeitsbereichen gegeben“, legte die Dozentin dar. Daraus ergebe sich unterschiedliches Verhalten in Team- und Arbeitsprozessen, unterschiedliche Erwartungen und Einstellungen.  „Wichtig ist vor allem, dass die Verwaltungsmitarbeiter/Innen im Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern ausländischer Herkunft sensibilisiert werden, sich nicht von Vorurteilen leiten lassen, lernen, in umfassenderen Kategorien zu denken und auf den jeweils anderen einzugehen“, so Martina Möller-Öncü. (cp)

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