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„Haus der Schwarzen Berge“ mit echtem Besuchermagnet

Wildflecken. Die ganze Rhön auf einen Blick, und das in einem einzigen Klassenzimmer großen Raum – geht das? Es war keine leichte Aufgabe, aber sie wurde hervorragend gelöst, interessant, abwechslungsreich, spannend und ohne Überfrachtung mit zu langen Texten. Das Informationszentrum des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön „Haus der Schwarzen Berge“ in Wildflecken-Oberbach besitzt seit kurzem eine komplett neue Ausstellung. Beauftragt mit Konzepterstellung und Gestaltung der Ausstellung wurde das Büro Kessler  & Co. GmbH in Mülheim an der Ruhr, das seit vielen Jahren deutschlandweit Erfahrung mit Ausstellungen hat.

Diplom-Biologin Dr. Heike Niechoj ist die Geschäftsführerin. Zusammen mit ihrer Kollegin Franzis Brüse, die Landschaftsökologie studiert hat, hat sie diese Ausstellung erarbeitet und aufgebaut. „Wir haben seit zwei Jahren viele intensive Besprechungen gehabt“ sagt Klaus Spitzl, Geschäftsführer des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Rhön. Denn von seiner Seite aus kamen die Vorgaben für die Ausstellungsinhalte.

Die Anforderung, alle Besuchergruppen anzusprechen, scheint sehr gut gelungen. Spannend wird es auch für die Einheimischen, interessant für die Besucher dieses Mittelgebirges und kurzweilig  auch für Kinder und die Schulklassen, die das Haus seit Jahren als Anlaufstelle benutzen.  In der Außenwand der Rotunde sind ganz besondere Funde zur Geologie der Region zu finden.  Sparsam wie überall sind die Texte. „Wir wollten nicht alles mit Infotexten überlasten“, sagt Heike Niechoj. Unendlich viel gibt es zu entdecken. Und wer nach einem „Augenspaziergang“  zum Beispiel durch ein Dorf zur Keltenzeit mehr wissen möchte, kann mittels einer Holzleiste in der Konsole den entsprechenden Text herausziehen.

Die Neugierde auf mehr wird auch an anderen Stationen des Rundgangs immer wieder geweckt und damit aktives Erarbeiten angeregt. Den Themen Wald, Boden, Moor und Biberland sind eigene Bereiche gewidmet. „Wir haben dazu jeweils auch eine eigene Soundkulisse entwickelt“, sagt die Ausstellungsmacherin. Hebt man einen Hörer ab, führt einem eine Männerstimme unter anderem in den Wald – mit all den Hintergrundgeräuschen, die sich hier ergeben.

Wer das Thema Wanderland Rhön vermisst hat, wendet sich nach innen. „Wir haben hier ein sechs Meter breites Panoramabild eingebaut“, sagt Heike Niechoj. Es zeigt einen Rundblick, den man vom Sendemast auf dem Kreuzberg – aus großer Höhe haben könnte. Er erschließt die Weite der Rhön, zeigt bekannte  Blicke und verlockt zum Kennenlernen und Erwandern dieses zauberhaften Mittelgebirges. Zusätzlich ist noch eine Wanderkarte angebracht, auch hier können Tourenbeschreibungen in Bild und Text über einen Monitor abgerufen werden.

Landrat Thomas Bold lobt die funktionierende Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, auch die innerhalb der drei Landesteile, über die sich das Biosphärenreservat erstreckt. Er dankt der Kommune Wildflecken, welche die Trägerschaft für dieses Projekt übernommen hatte und damit den Weg frei machte, die Förderung aus  dem Konjunkturpaket II zu bekommen. „Diese völlig neu konzipierte Ausstellung soll das Haus neu beleben“, sagt Bürgermeister Alfred Schrenk. Die erfolgreiche Arbeit dieses Hauses strahle weit in die Region und darüber hinaus aus.

„Heute ist das Informations-Zentrum eine unverzichtbare Säule in den Bereichen Umweltbildung und Information“, betont Bertram Eidel, Abteilungsleiter in der Regierung von Unterfranken. Im August 2010 sei  die Zusage für 190 000 Euro förderfähige Kosten gekommen, aus dem Konjunkturpaket II.  Der Freistaat Bayern sei mit 28 500 Euro beteiligt. Eidel dankt den Ausstellungsplanerinnen für die hervorragende Umsetzung und dem Team des Hauses für seinen Einsatz für die Region.

Foto: Johanna Kellermann

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