Poppenhausen. Die Gemeinde Poppenhausen will den Herausforderungen des demografischen Wandels offensiv begegnen. Deshalb wird das ehemalige Schwesternhaus zu einer altengerechten Wohnanlage umgestaltet, in die auch eine Seniorentagesstätte integriert wird. Das Land Hessen fördert das Projekt mit 432.000 Euro, davon 259.000 Euro als zinsloses Darlehen. Anlässlich der Überreichung des Förderbescheids betonte Bürgermeister Manfred Helfrich, dass man sich verstärkt dem Thema des Älterwerdens zuwenden wolle, nachdem in den letzten Jahren der Schwerpunkt der gemeindlichen Investitionen auf der Kinderbetreuung gelegen habe. Auf diese Weise solle in der Ortsmitte von Poppenhausen belebt werden, ein Zentrum der Generationen entstehen und gleichzeitig drohenden Gebäudeleerständen entgegen gewirkt werden.
„Die in Poppenhausen entstehenden neuen Sozialeinrichtungen 15 WE für ein altengerechtes Wohnen „Seniorenwohnanlage St. Elisabeth“ und die Station für die Seniorentagespflege schließen nicht nur die Lücken zwischen einem eigenständigen Wohnen im Privathaushalt und einem klassischen Pflegeheim, sie dienen auch dazu, dass die öffentlichen Kassen, die Sozial- und Pflegekassen eine Bedeutende Entlastung erfahren. Mit der Station für die Seniorentagespflege werden zudem die Menschen im ländlichen Raum motiviert, ihre älteren Angehörigen (z.B. Eltern) zuhause zu behalten. Denn während ein geregelter Tagesablauf in der Tagespflege gewährleistet ist, können die „Kinder“ entlastet werden, sie haben z.B. die Möglichkeit, einer beruflichen Tätigkeit nachgehen oder sonstige Aufgaben erledigen. Das ist sozial und sorgt für Lebensqualität bei den Senioren sowie auch bei den verantwortlichen Angehörigen“, so der Bürgermeister.
Referatsleiter Dr. Dr. Frank Theisen aus dem hessischen Sozialministerium beglückwünschte die Beteiligten zu ihrer Entscheidung, eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren zu schaffen, wovor große Träger im ländlichen Raum eher zurückschreckten. Er zeigte sich beeindruckt von der Zielstrebigkeit der Gemeinde. Der Bürgermeister habe das Genehmigungs- und Förderverfahren in nur einem Jahr durchgebracht. Das dahinter stehende Konzept sei betriebswirtschaftlich durchdacht, leiste einen Beitrag, um die Bevölkerung vor Ort zu halten, und könne von daher anderen ländlich strukturierten Gemeinden als Beispiel dienen.
Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld sprach von einer „echten Errungenschaft für die ganze Region“, deren Zustandekommen nicht zuletzt dem großen Zusammenhalt in Poppenhausen zu verdanken sei. Die Gesellschaft verändere sich. Es gebe immer mehr ältere Menschen, die auf Unterstützung angewiesen seien. Die Seniorentagesstätte solle es ihnen ermöglichen, länger in der Familie zu bleiben, auch indem die Angehörigen entlastet würden. Betreiberin der neuen Seniorentagesstätte wird das Unternehmen Casa Serena, das eine ähnliche Einrichtung bereits in Mittelkalbach betreibt. Nach Aussage von Firmenchefin Heike Heil liegen erste Anmeldungen für die Einrichtung in Poppenhausen vor, die voraussichtlich im Sommer 2012 eröffnet werden soll. Pflegedienstleiterin Verena Burkard ergänzte, dass es darum gehe, den künftigen Gästen Freude im Tagesablauf zu vermitteln, wobei die Betreuung der Menschen gegenüber der Pflege im Vordergrund stehe.