Rhön. Die Vermarktung von Rhöner Qualitätswild in der Region unter dem Siegel der Dachmarke Rhön ist ein Thema, an dem Forstämter, Revierförster, Jägerschaften, Hegegemeinschaften und Hegeringe ein großes Interesse haben. Insgesamt 25 Vertreter von ihnen aus Bayern, Hessen und Thüringen trafen sich kürzlich zu einer Informationsveranstaltung im Thüringer Rhönhaus bei Oberweid. Das Hauptvorkommen an Wild in der Rhön erstreckt sich auf Reh, gefolgt von Wildschwein sowie Muffelwild, Stockenten und Hasen. Eine Befragung bei den Jägern der gesamten Region ergab, dass pro Jahr rund 4 000 Stück Wild geschossen werden, welches sie für neue Absatzwege bereit stellen würden. Das entspricht auf Anhieb einer Menge Wildbret von rund 88 Tonnen, die alleine aus den 50 ausgefüllten Fragebögen zu entnehmen waren.
„Hier haben wir also ein erhebliches Potential an Wildfleisch, das mit Unterstützung durch die Dachmarke Rhön vermarktet werden könnte“, schätzt Martina Klüber-Wibelitz ein, die das Gemeinschaftsprojekt „Analyse und Aufbau der Wertschöpfungskette Rhöner Wild“ von Dachmarke Rhön und Rhönforum e.V. betreut. Die Geschäftsführerin der Dachmarke Rhön GmbH, Barbara Vay, stellte während der Informationsveranstaltung die Qualitätskriterien der Dachmarke Rhön für den Bereich Wild vor, die seit Juli 2011 gültig sind. Außerdem erläuterte sie, welche Beiträge und Gebühren die Markennutzer der Dachmarke Rhön für die Vermarktung unter dem Qualitätssiegel Rhön leisten müssen.
Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die Ausführungen von Bernd Bauer, Vorsitzender der Kreisgruppe Mellrichstadt des Landesjagdverbands Bayern. Dort haben sich nämlich bereits 50 Reviere zu einer Wild-Vermarktungsinitiative zusammengeschlossen und vermarkten als Partner der Dachmarke Rhön seit einiger Zeit Rhöner Wild direkt in der Region. Gemeinsam haben sie am Simonshof bei Bastheim leer stehende Schlacht- und Kühlräume angemietet, in die das erlegte Wild geliefert und dort von erfahrenen Metzgern küchenfertig zerlegt wird. Als Verkaufspartner konnten sie einen Lebensmittelgroß- und Einzelhandel in Ostheim gewinnen; außerdem können die Kunden, allen voran die heimischen Gastronomen, das Wild auch direkt von der Initiative beziehen.
„Mit der Wild-Vermarktungsinitiative in der bayerischen Rhön haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht. Unser Ziel ist es, die Gründung einer Erzeuger-Verarbeitergemeinschaft in Form eines EU-zugelassenen Lebensmittelbetriebes zu gründen, um dort beispielsweise auch fertige Wildgerichte oder Wildwurstspezialitäten produzieren zu können“, sagt Klüber-Wibelitz. Sie schätzt ein, dass das Interesse an Rhöner Wild in den letzten Monaten sehr stark gewachsen ist. „Das liegt auch an den Kochschulungen der Dachmarke Rhön für den Bereich Wild und an der Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema.“ Auch in Zukunft, ergänzt sie, werde die Dachmarke Rhön die regionale Wildvermarktung forcieren und als Moderator und Vermittler allen Interessenten zur Verfügung stehen; Kontakt: Telefon 09774 / 9102-16 oder -35; E-Mail info@dachmarke-rhoen.de.