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Dank für ehrenamtlichen Einsatz – Ehrenbriefe an Oskar Nau und Thomas Mohr

Großenlüder. Im Namen des Hess. Ministerpräsidenten konnte Bürgermeister Werner Dietrich am vergangenen Wochenende an zwei Bürger der Gemeinde Großenlüder den Ehrenbrief des Landes Hessen überreichen. Oskar Nau und Thomas Mohr wurden für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle der Allgemeinheit, zum Wohle der Gemeinde Großenlüder ausgezeichnet. Bisher wurde der Ehrenbrief überwiegend an ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker verliehen, doch bereits mit der Verleihung an Norbert Langer wurde in der Gemeinde Großenlüder ein neuer „richtiger“ Weg beschritten, soziales und kulturelles ehrenamtliches Engagement, abseits der Kommunalpolitik, gebührend zu ehren.

Die Begriffe Ehre und Ehrenamt müssten immer wieder neu erklärt und beschrieben werden, damit sie nicht als „Selbstverständlichkeit“ eingeordnet und damit unterbewertet werden. Diese besondere Leistung für die Gesellschaft, Gemeinschaft, für Mensch, Natur und Umwelt müsse eine dem Handeln angemessene Beachtung und Würdigung erfahren. „Der Geist des Ehrenamtes findet seine Motivation in Zielrichtung und Ausübung einzig am Wohl der Gesellschaft und nicht am eigenen Wohl oder gar der Selbstdarstellung,…, das selbstlose Handeln für die Gesellschaft“, so Dietrich.

Oskar Nau

Eines der Spezialgebiete von Okar Nau ist die Auswertung von alten Schriften und Dokumenten. Aus diesem Grund ist er seit vielen Jahren ehrenamtlicher Leiter des Gemeindearchivs und leistet hier die überaus wichtige Grundlagenarbeit. Er wertet alle Veröffentlichungen über Großenlüder und seine Geschichte aus und archiviert diese im Gemeindearchiv, das dem Heimatmuseum angeschlossen ist. Oskar Nau hat das 416 Seiten starke Heimatbuch „Uffhausen – meine Heimat“ geschrieben und darin sehr detailliert den Großenlüderer Raum beschrieben. Die darin enthaltenen Arbeiten zum geologischen Aufbau, der Natur, den hier lebenden Menschen stellen neben den geschichtlichen Bezügen zum Kloster Fulda die Grundlagen der Geschichte des Großenlüderer Lebensraumes lesbar allen Menschen hier zur Verfügung.

Neben der Geschichte seines Heimatortes liegt dem pensionierten Lehrer der Naturschutz ganz besonders am Herzen. Hier hat er sich durch seine langjährige engagierte ehrenamtliche Tätigkeit besondere Verdienste im Naturschutz und damit zum Wohle der Allgemeinheit erworben. Seit 1979 war Oskar Nau Ortsvertrauensmann für Vogelschutz und sorgt bis heute durch seine Vogelbeobachtungen für die Erhebung wichtiger ornithologischer Daten. Die Planung, die Gestaltung und die Ausweisung des Feuchtgebietes und des Vogelschutzgehölzes „die Hungersbach“ gehen auf seine Initiative zurück. Nach der Herstellung des Feuchtgebietes hat er auch die weitere Pflege übernommen. Nau ist Gründungsmitglied der Ortsgruppe Großenlüder des Deutschen Bundes für Vogelschutz, heute NABU und war von 1981 bis 2011 2. Vorsitzender.

Schon früh erkannte er die hohe naturschutzfachliche und historische Bedeutung des „Langenberges“ und trug maßgeblich zur Ausweisung der „Kalkberge bei Großenlüder“ als Naturschutzgebiet bei. Auch die Entwicklung des „Feuchtgebietes Küppelacker“ als Naturdenkmal ist mit seinem Namen eng verbunden.

Thomas Mohr

Die Gründung des Kultur-, Heimat- und Geschichtsvereins, die auf eine Initiative der Gemeinde Großenlüder zurückgeht, ist ganz eng mit dem Namen Thomas Mohr verbunden. Der Verein trägt seit seiner Gründung einen wesentlichen Teil der heimatgeschichtlichen und kulturellen Arbeit der Gemeinde. Thomas Mohr ist neben der allgemeinen Vereinsführung persönlich die Organisation und Durchführung von bedeutenden Ausstellungen (z. B. Mühlen unserer Heimat, Vertreibung und Neubeginn) und weiteren inzwischen etablierten und beliebten Veranstaltungen zu verdanken, z. B. hat er die Initiative alte Hausnamen gestartet und den Großenlüderer Heimatkalender herausgegeben.

Geschichtliches Wissen erhalten und neu zugänglich machen ist ein Ziel von Thomas Mohr, aktuell zählt dazu die Aufstellung von Stelen an den ehemaligen geschichtlichen Standorten der Ortstore. Besonders beliebt bei Besuchern aus Nah und Fern ist die alljährliche Jazznacht im Amtsgerichtsgarten, die von Thomas Mohr initiiert wurde und in diesem Jahr am 07. Juli im Ortsmittelpunkt stattfindet.

Weit über die Grenzen von Großenlüder bekannt ist inzwischen der Großenlüderer Krippenweg. Vom 1. Advent bis zu Dreikönig zog der diesjährige 6. Krippenweg wieder Tausende von Besuchern in die Gemeinde. Für den Urheber Thomas Mohr ist dieses Projekt am arbeitsintensivsten, denn er ist der Motor der Veranstaltung und bereits lange vor deren Beginn mit den Vorbereitungen beschäftigt. Dabei werden nicht nur Exponate der Internationalen Krippensausstellung in die Fenster und Hauseingänge gebracht, sondern auch immer wieder besondere Themen zur Krippengeschichte vorgestellt. Viele traditionelle Schnitzerfamilien aus der Rhön haben ihre Werke bereits in Großenlüder vorgestellt.

Der Krippenweg als Ergänzung zur Internationalen Krippenausstellung hat Großenlüder bekannt gemacht. Daran hat Thomas Mohr mit seinem unermüdlichen Einsatz einen großen Anteil. Musikalisch umrahmt wurde die Ehrung von der aktuellen Preisträgerin des Jugendmusikwettbewerbes der Gemeinden Hosenfeld, Bad Salzschlirf und Großenlüder Elisabeth Seifert mit ausgewählten Stücken am Klavier.

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