Hünfeld. Als eine „faszinierende Frau mit einem radikalen Lebensentwurf im Sinne des Evangeliums“ würdigte die Generaloberin der Barmherzigen Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul, Schwester Brunhilde Wehner die Heilige Elisabeth, die vor 800 Jahren geboren wurde. Ihr ist eine Wanderausstellung mit dem Titel „Krone, Brot und Rosen“ zum 800. Geburtstag der Heiligen gewidmet, die in der Hünfelder Klinik als einzigem Ort in Osthessen bis zum 25. Mai gezeigt wird. Bei dieser Ausstellung handelt es sich um ein „Ökumenisches Projekt“, das angestoßen wurde von der Evangelischen Landeskirche Hessen Nassau und Kurhessen Waldeck.
Dr. Bertram Stitz, Ärztlicher Direktor des Hauses bekannte, dass die HELIO St. Elisabeth Klinik Hünfeld stolz darauf sei, diese Ausstellung bekommen zu haben. Die Initiative dazu ging vom Kuratorium der Klinik aus. Stadträtin Gisela Aha habe sich mit Unterstützung der Klinik sehr darum bemüht, diese Ausstellung nach Hünfeld zu holen. Auch für das Krankenhaus sei die Namenspatronin und ihr Wirken bis heute hochaktuell, der Geist ihres Wirkens gehöre zum Leitbild des Hauses.
Der Bürgermeister und Kuratoriumsvorsitzende Dr. Eberhard Fennel stellte die Heilige in eine Reihe mit Franz von Assisi und Vinzenz von Paul, dem Ordensstifter der Vinzentinerinnen, die mehr als 125 Jahre segensreich in Hünfeld gewirkt hätten. Gerade für Krankenhäuser habe die Heilige Elisabeth eine besondere Bedeutung. Dort wo der Geist der Heiligen die Einstellung zu Kranken präge, spüre das der Patient. Deshalb freue er sich, dass trotz aller Veränderungen das Andenken an die Namensgeberin des Hauses in Hünfeld sehr gepflegt werde. Er hoffe, dass gerade jungen Menschen durch die eindrucksvolle Ausstellung das Leben der Heiligen näher gebracht werden könne. Als Geschenk brachte der Bürgermeister ein Buch über das Leben der Heiligen für die Krankenhausbibliothek mit.
Auch die Generaloberin der Vinzentinerinnen, Schwester Brunhilde Wehner, die vor ihrer Berufung nach Fulda Pflegedienstleiterin des Hünfelder Krankenhauses war, brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass diese Ausstellung die Menschen anrühre und ihr Herz erreiche. Die Heilige Elisabeth gelte zu Recht als eine „Ökumenische Heilige“, wie auch diese Ausstellung deutlich mache. Mit ihrer völligen Abkehr von einem vorgezeichneten Lebensweg als Königstochter, dem Verzicht auf Prunk und Glanz eines adeligen Lebens und der kompromisslosen Hinwendung zu Kranken, Einsamen und Hilfsbedürftigen lenke sie bis heute den Blick auf die Not in unserer Welt. Die Heilige Elisabeth, die völlig entkräftet durch ihren Dienst im Alter von 24 Jahren starb, stehe aber auch für eine fröhliche Spiritualität, mit der sie Menschen gewonnen und begeistert habe.
Der Ausstellungsmacher, Dr. Jürgen Römer von der Evangelischen Landeskirche berichtete, dass seine Ausstellung seit 2007 zum 800. Geburtstag von Elisabeth durch ganz Europa gegangen sei und mittlerweile mehr als 200 000 Besucher erreicht habe. Gezeigt wurde sie unter anderem in Belgien, Estland, Polen, Ungarn und Portugal. Das Hünfelder Krankenhaus sei für ihn ein besonders interessanter Ausstellungsort, da die Erinnerung an die Heilige in besonderer Weise auch künstlerisch gepflegt werde. Sowohl der St. Elisabethbrunnen am Eingang als auch die historische Glasmalerei in der Krankenhauskapelle seien in dem zugehörigen Internetauftritt der Ausstellung abgebildet und gehörten zu den „am meisten herunter geladenen Bildern“ und hätten somit große Verbreitung gefunden.
Vortrag zur Ausstellung von Dr. Jürgen Römer
Begleitend zur Ausstellung wird Dr. Jürgen Römer am Montag, dem 19. Mai, um 18.30 Uhr in der HELIOS St. Elisabeth Klinik Hünfeld unter dem Titel „Krone, Brot und Rosen – Leben und Wirken der Heiligen Elisabeth“ referieren. In einem anschließenden Rundgang durch die Ausstellung wird er die Fragen der Besucher beantworten.
Als dauerhafte Erinnerung an den 800. Geburtstag der Namenspatronin der Klinik pflanzten Dr. Römer, die Generaloberin der Vinzentinerinnen, Brunhilde Wehner, der Ärztliche Direktor Dr. Stitz und Kuratoriumsvorsitzender Dr. Eberhard Fennel in einem kleinen Beet am St. Elisabethbrunnen ein Rosarium mit St. Elisabethrosen, die zum 800. Geburtstag der Heiligen gezüchtet wurden. Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung durch Christian Seidler am Klavier.