Fulda. Besuch aus Berlin hatten vor einigen Tagen die Sucht- und Drogenberater der kirchlichen Sozialdienste in Fulda: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans (FDP) wollte sich an Ort und Stelle über die vielfältigen Angebote in der Region informieren. Die Arbeit der Sucht- und Drogenberatungen von Caritas und Diakonie im Landkreis Fulda gilt wegen der engen ökumenischen Vernetzung als vorbildlich.
Die Drogenbeauftragte dankte beiden Kirchen dafür, dass sie ihr gesellschaftspolitisches Engagement in der Sucht- und Drogenberatung trotz Kürzungen im sozialen Bereich „nicht zurückfahren“. Immerhin finanzieren Caritas und Diakonie trotz der Zuwendungen von Stadt und Landkreis Fulda ihre Arbeit zu etwa 60 Prozent aus Eigenmitteln, zusammen ca. 370.000 Euro pro Jahr.
Die Fuldaer Sucht- und Drogenberater gaben der Beauftragten der Bundesregierung einen Überblick über die differenzierte Arbeit der kirchlichen Fachstellen. Neben der allgemeinen Fachberatung, der ambulanten medizinischen Rehabilitation, der Vermittlung in stationäre Therapie und der Beseitigung von Vermittlungshemmnissen im Rahmen von Hartz 4, kamen auch das HaLT-Projekt (Diakonie), die Glücksspielsuchtberatung (Caritas/Diakonie), der Arbeitskreis Sucht in der Arbeitswelt und die neue Tagesstruktur der Caritas für mehrfachgeschädigte suchtabhängige Menschen in Stadt und Landkreis Fulda (CMA – Projekt) sowie das Betreute Wohnen für Abhängigkeitserkrankte (Caritas) zur Sprache.
Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen und Medikamentenabhängigkeit
Frau Dyckmans betonte, dass besonders das unkontrollierte Alkoholtrinkverhalten von Jugendlichen und das sinkende Alter der Betroffenen problematisch seien. Man müsse sich mit der Frage befassen, warum Jugendliche und junge Erwachsene exzessive Trinkformen wie Komasaufen bzw. Binch Drinking probieren.
Ein weiteres Gesprächsthema war der Missbrauch von Medikamenten. Besonders betroffen sind Frauen und ältere Menschen, die sich häufig aufgrund von Einsamkeit in Abhängigkeit und Sucht begeben – zumeist im Verborgenen. Das Diakonische Werk bietet u. a. älteren Menschen und Alleinerziehenden die Möglichkeit eine ambulante Therapie durchzuführen.
Bester ökumenischer Geist
Diakoniegeschäftsführer Pfarrer Burkard Enners dankte Frau Dyckmans, auch im Namen des Geschäftsführers des Caritasverbandes für die Regionen Fulda und Geisa e.V. Winfried Möller, für die motivierenden Worte. „Wir sind in Fulda in der Tat stolz auf den Schulterschluss der beiden kirchlichen Sozialdienste. Durch die enge Verzahnung der Angebote von Caritas und Diakonischem Werk erzielen wir Synergieeffekte, die den Betroffenen zugute kommen.“