Fulda. Mit Merkers-Kieselbach und Frauensee im Wartburgkreis gehören künftig erstmals thüringische Gemeinden zum Netzgebiet der ÜWAG. Bürgermeisterin Inka Sollmann und Bürgermeister Rudolf Reitzig unterzeichneten am Mittwoch, 16. November 2011, in Frauensee mit ÜWAG-Vorstand Dipl.-Ing. Günter Bury die Konzessionsverträge. Die Partnerschaft der ÜWAG mit den beiden Gemeinden, die zusammen rund 4000 Einwohner haben, wurde für die nächsten 20 Jahre geschlossen. Das Stromnetz wird die ÜWAG von der E.ON Thüringer Energie AG übernehmen.
„Wir sind froh, dass wir die beiden Gemeinden von unserer Kundennähe und Leistungsfähigkeit überzeugen konnten“, freute sich der ÜWAG-Vorstand. Gerade einmal etwas mehr als 30 km seien es von den Gemeinden bis zum Service-Center Nord der ÜWAG in Eiterfeld. „Damit können wir unseren Partnern in den Gemeinden schnell mit Rat und Tat zur Seite stehen“, erklärte Bury.
Kommunaler Versorger mit Erfahrung wichtig
Für Inka Sollmann, die Bürgermeisterin von Merkers-Kieselbach, war diese räumliche Nähe ein wichtiges Kriterium. „Ein Stromnetz ist eine sehr komplexe Sache. Da ist es beruhigend, die Fachleute in unmittelbarer Nähe zu wissen.“ Rudolf Reitzig, ihr Kollege aus Frauensee ergänzte: „Die Erfahrung der ÜWAG mit vielen anderen Kommunen spricht für das Unternehmen. Außerdem war für uns wichtig, dass ein kommunaler Versorger unsere Netze übernimmt – kein großer Stromkonzern. Deswegen lag die Entscheidung für die ÜWAG auf der Hand.“
Neben dem eigentlichen Betrieb des Stromnetzes wird die ÜWAG nach der Übernahme in beiden Gemeinden störanfällige Freileitungen verkabeln und so zu einer Stärkung der Versorgungssicherheit beitragen. ÜWAG-Vorstand Bury wies auch darauf hin, die ÜWAG Netz GmbH werde Sorge dafür tragen, dass das Stromnetz im Bereich der Gemeinden bedarfsgerecht auf den Ausbau der erneuerbaren Energien ausgerichtet wird.
Der Konzessionsvertrag für den früher eigenständigen Ortsteil Kieselbach läuft bereits seit dem 16. Oktober 2011, in der restlichen Gemeinde beginnt die Laufzeit zum 10. März 2012, in Frauensee zum 15. Januar 2012.
Gespräche mit bisherigem Versorger
Wann die ÜWAG Netz GmbH den Betrieb des Stromnetzes aufnehmen wird, hängt von den Gesprächen mit der E.ON-Regionaltochter ab, die der ÜWAG zunächst eine Fülle von technischen Detailinformationen zur Verfügung stellen muss, damit sie das Netz übernehmen kann.
Mit Merkers-Kieselbach und Frauensee kommen zwei historisch interessante Gemeinden zum ÜWAG-Netzgebiet: Frauensee geht auf das dort im 12. Jahrhundert gegründete Kloster zurück, die Ortsteile Kieselbach und Merkers wurden bereits im 12. und 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Im 20. Jahrhundert war Merkers insbesondere durch den Kalibergbau, der bis 1993 betrieben wurde, bekannt. Noch heute können Besucher im „Erlebnisbergwerk“ unter Tage fahren. Über Tage sehenswert ist das knapp 80 Hektar große Naturschutzgebiet Dolienenhänge nordwestlich von Frauensee.