Fulda. Die beinahe volle St. Elisabethkirche in Fulda-Lehnerz am Abend des Volkstrauertages zeigte die große ökumenische Verbundenheit vom evangelischen und katholischen Christen im Stadtteil. Die katholische Gemeinde veranstaltete für ihre evangelische Nachbargemeinde in Fulda-Ziehers Nord ein großes Benefizkonzert. Die stolze Summe von 1200,-€ brachte die Veranstaltung zugunsten der evangelischen Bonhoeffergemeinde ein.
Nachdem der katholische Organist Felix Ponizy aus Frankfurt mit Johann Sebastian Bachs Trio-Sonate in Es-Dur (BWV 525) das Konzert eröffnet hat, stellte die Chorgemeinschaft Lehnerz unter der Leitung von Alexander Dittmann ihr musikalisches Repertoire vor. Mit Max Regers Benedictus in Des-Dur (Opus 59) schloss Ponizy den ersten Teil des Konzertes an der Orgel brillierend ab, woraufhin das Ensemble Salto Vocale im zweiten Konzertteil aus ihrem reichhaltigen musikalischen Fundus schöpfte. Mit „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ in der Bach´schen Bearbeitung (BWV 654) setzte daraufhin die evangelische Kirchenmusikerin und Pfarrerin Dorothea Mecking aus Schmalkalden an der Orgel einen weiteren musikalischen Höhepunkt.
Damit schienen bei allen Gemeinsamkeiten und dem ökumenischen Schulterschluss der beiden Pfarrer Msgr. Dr. Günter Etzel und Marvin Lange auch im Musikalischen die Unterschiede zwischen evangelischer und katholischer Tradition auf. Für katholische Christen gehört dieses Stück in die Adventszeit, bei den evangelischen hingegen wird es schon am Ende des Kirchenjahres an Volkstrauertag und Ewigkeitssonntag (Christkönigstag) gesungen. Als aus den Reihen von Salto Vocale schließlich noch Daniela Röll-Diegelmann gemeinsam mit Chorleiter Stefan Günder im Duett sang, wollte der Applaus kein Ende nehmen. Die Schlussakkorde spielte dann Mecking mit Bachs Präludium in a-moll (BWV 543) an der Orgel.
Die Veranstaltung für das Orgelneubauprojekt war ein großer Erfolg, was durch die „Standing Ovations“ für alle Musiker am Ende noch einmal unterstrichen wurde. „Da kann man allen Mitwirkenden und natürlich vor allem der katholischen Gemeinde nur sehr danken“, so Pfarrer Marvin Lange im Anschluss an das Konzert. „Nicht nur, dass dieses Konzert für unsere Orgel einen weiteren Schritt bedeutet, auch ökumenisch zeigt es einfach, dass vieles gerade an der Basis gemeinsam möglich ist.“