Fulda. was, Pelmeni, Schtchi oder original russisches Schaschlik – das „Schaschlik-Mobil“ führt eine für Fulda sicherlich ungewöhnliche Getränke- und Speisenauswahl. Die mobile Imbissbude mit russischen Spezialitäten ist eine Initiative der Grümel gGmbH, die arbeitslosen Menschen eine berufliche Perspektive geben soll. Dabei können die Beteiligten ihren kulturellen Hintergrund einbringen und exemplarisch Wege in die Selbstständigkeit im gastronomischen Bereich aufgezeigt bekommen. „Wir möchten Barrieren abbauen, vorhandene Talente der Migranten fördern und ihnen die Angst vor der Kommunikation in deutscher Sprache nehmen“, erklärt Marion Mock, die zusammen mit Irina Taskin von der Migrantenselbstorganisation “Harmonie e.V.“ das Projekt „Schaschlik-Mobil“ leitet. Als das Schaschlik-Mobil nun im Schlosshof Station machte, ließen sich neben den zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung auch Oberbürgermeister Gerhard Möller, der Bundestagsabgeordnete Michael Brand und Jutta Diel von Grümel die russischen Spezialitäten schmecken.
„Ein außergewöhnliches Projekt“
Ziel des Projekts, das es mittlerweile seit etwa einem Jahr in Fulda gibt, ist unter anderem, die Talente der Jugendlichen zu fördern und deren Selbstbewusstsein zu stärken. „Da die Jugendlichen gerne gekocht haben und dabei immer Schaschlik gemacht wurde, war die Idee eines Schaschlik-Mobils naheliegend“, erzählt Marion Mock. Momentan arbeiten zwölf Menschen mit Migrationshintergrund auf ehrenamtlicher Basis für das Projekt. Dabei sind sie in sämtliche Schritte involviert und lernen, was alles mit einer Existenzgründung einher geht: So organisieren sie beispielsweise den Einkauf mit, kümmern sich um die Werbung oder helfen bei den Kalkulationen. Das Projekt wird unterstützt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem Europäischen Sozialfond, dem Land Hessen sowie zu einem erheblichen Teil von der Stadt Fulda.
„Das ist ein außergewöhnliches Projekt, das die Kommunikationsfähigkeit, die Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein der Migranten stärkt“, hob der Oberbürger-meister anerkennend hervor. Es sei eine schöne Idee, die Menschen durch das Essen miteinander in Kontakt zu bringen. Auf die Frage von Michael Brand, wie die Fuldaer auf das Schaschlik-Mobil reagieren, berichtete Marion Mock, dass sie bisher hauptsächlich auf Festen vertreten und die Menschen zuerst etwas skeptisch gewesen seien. Um ihnen aber die Scheu vor den ausgefallenen Speisen zu nehmen, seien sie dann mit Probiertellern herumgelaufen und haben dadurch bei vielen das Interesse für das russische Essen wecken können.
Informationen und Kontakt
Nähere Informationen zu dem Projekt „Schaschlik-Mobil“ erhalten Sie bei Marion Mock, Projekt Aschenberg, Adenauerstr.8, 36039 Fulda, Tel.: 0661/3801907.